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PDF-DokumentWettbewerbsrecht - unlauterer Wettbewerb Internet

LG München I
30.7.2018
33 O 12885/17

Unlauterer Wettbewerb: Vorenthalten der Information über den gebrauchten Zustand eines Smartphones in einem Internetangebot

1. Der gebrauchte Zustand eines im Internet angebotenen Smartphones ist eine wesentliche Information i.S.d. § 5a Abs. 2 UWG; die Vorschrift dient der Umsetzung von Art. 7 UGPRichtlinie.(Rn.23)

2. Der Zusatz "Refurbished Certificate" ist nicht geeignet, den Durchschnittsverbraucherüber die Gebraucht-Eigenschaft des angebotenen Smartphones zu informieren.(Rn.29)

3. Das Vorenthalten des gebrauchten Zustands ist geeignet, den Verbraucher zu einer geschäftlichen Entscheidung zu veranlassen, die er anderenfalls nicht getroffen hätte.(Rn.31)

UWG § 3 Abs 1, § 3 Abs 2, § 5a Abs 2 Nr 1, § 8 Abs 1, § 8 Abs 3

Aktenzeichen: 33O12885/17 Paragraphen: Datum: 2018-07-30
Link: pdf.php?db=bankrecht&nr=38212

PDF-DokumentWettbewerbsrecht - Internet Unzulässige Werbung

OLG Hamburg - LG Hamburg
21.6.2018
3 U 151/17

1. Droht der Vertrieb von luxuriösen Kosmetikprodukten auf der Onlineplattform eines Unternehmens, das SB-Warenhäuser betreibt, den guten Ruf der Marken der Kosmetikprodukte erheblich zu schädigen, dann darf sich der Inhaber der Marken ihrer Benutzung im Zusammenhang mit dem Vertrieb der Waren auf der Onlineplattform aus berechtigten Gründen widersetzen, wenn er die betroffene Ware im Rahmen eines selektiven Systems ausschließlich an nach strengen Kriterien ausgewählte Fachhandelsgeschäfte abgibt, die fachliche wie räumliche Voraussetzungen erfüllen müssen, um dem luxuriösen Image der Ware zu genügen. In einem solchen Fall ist das betroffene Markenrecht infolge des mit Zustimmung des Markeninhabers erfolgten erstmaligen Inverkehrbringens der Waren nicht schon erschöpft.

2. Der Annahme einer den Marken drohenden beträchtlichen Rufschädigung steht es nicht entgegen, dass der Markeninhaber seine hochwertigen Kosmetikprodukte auch an Unternehmen abgibt, die eine Vielzahl von Fachgeschäften für Kosmetik- und Parfümerieprodukte und daneben auch einen Onlineshop betreiben oder die nur solche Produkte ausschließlich online anbieten, wenn die mit den Marken gekennzeichneten Produkte dort in einer Weise angeboten werden, die dem Luxusimage der Produkte gerecht wird, so dass die Aura des Exklusiven nicht verlorengeht.

3. Einem selektiven Vertriebssystem ist nicht bereits deshalb der Schutz zu versagen, weil im Internet auf großen Handelsplattformen Graumarktware erhältlich ist, die weder vom Markeninhaber selbst noch von den von ihm autorisierten Vertriebspartnern angeboten wird, wenn sich der Markeninhaber einem solchen Angebot im Rahmen seiner Möglichkeiten zur Wehr setzt und nicht erkennbar ist, dass der unautorisierte Vertrieb bereits einen solchen Umfang erreicht hätte, dass jedenfalls rein faktisch das selektive Vertriebsnetz des Markeninhabers im Onlinebereich tatsächlich nicht existent wäre und der Verkehr dort deshalb auch keine Qualitätsanmutung erkennen könnte.

EGV 207/2009 Art 9 Abs 2a, Art 9 Abs 3, Art 25 Abs 3 S 1, Art 125 Abs 5, Art 129 Abs 1

Aktenzeichen: 3U151/17 Paragraphen: Datum: 2018-06-21
Link: pdf.php?db=bankrecht&nr=38460

PDF-DokumentWettbewerbsrecht - Internet

OLG Hamburg - LG Hamburg
26.4.2018
3 W 39/18

Link zur OS-Plattform

Wettbewerbsverstoß eines Online-Händlers durch bloße textliche Wiedergabe der Internetadresse (URL) zur Online Streitbeilegungsplattform ohne Verlinkungsfunktion

1. Die bloße textliche Wiedergabe der Internetadresse (URL) der Online-Streitbeilegungs-Plattform ohne eine Verlinkungs-Funktionalität stellt keinen "Link" im Sinne des Art. 14 Abs. 1 Satz 1 VO (EU) Nr. 524/2013 über Online-Streitbeilegung in Verbraucherangelegenheiten dar, der nach der Verordnung hergestellt werden muss.(Rn.26)

2. Werden von einem Unternehmer Online-Kaufverträge oder Online-Dienstleistungsverträge i.S. von Art. 14 Abs. 1 Satz 1 VO (EU) Nr. 524/2013 auf einem Online-Marktplatz angeboten und fehlt es dort an einer Verlinkung i.S. der Verordnung auf die Internetadresse (URL) der OS-Plattform, dann ist der Verstoß gegen die genannte Vorschrift auch dann als spürbar im Sinne des § 3a UWG anzusehen, wenn die Internetadresse der OS-Plattform textlich angegeben wird (Anschluss an: OLG Hamm, Beschluss vom 3. August 2017, 4 U 50/17, BeckRS 2017, 121013, Rn. 17). Da die Pflicht zur Anbringung der Verlinkung auf unionsrechtlicher Regelung beruht, ist sie bereits aus Rechtsgründen als wesentlich im Sinne von § 5a Abs. 4, § 2 Abs. 1 Nr. 8 UWG und damit auch als spürbar i.S.v. § 3a UWG anzusehen.(Rn.28)

3. Der Umstand, dass bei den Angeboten von Online-Kaufverträgen oder Online-Dienstleistungsverträgen auf einem Online-Marktplatz zwar keine elektronische Verlinkung auf die Internetadresse der Online-Streitbeilegungs-Plattform gemäß Art. 14 Abs. 1 Satz 1 VO (EU) Nr. 524/2013 erfolgt, die Internetadresse der OS-Plattform aber textlich wiedergegeben ist, wirkt sich streitwertmindernd aus.(Rn.37)

UWG § 2 Abs 1 Nr 8, § 3 Abs 1, § 3a, § 5a Abs 4, § 8 Abs 1

Aktenzeichen: 3W39/18 Paragraphen: Datum: 2018-04-26
Link: pdf.php?db=bankrecht&nr=38219

PDF-DokumentWettbewerbsrecht - Internet

BGH - OLG Köln - LG Köln
12.1.2017
I ZR 117/15

Vorabentscheidungsersuchen an den EuGH zur Auslegung der Richtlinie zur Koordinierung bestimmter Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Bereitstellung audiovisueller Mediendienste: Betreiben eines audiovisuellen Mediendienstes - YouTube-Werbekanal

1. Dem Gerichtshof der Europäischen Union wird zur Auslegung des Art. 1 Abs. 1 Buchst. a der Richtlinie 2010/13/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 10. März 2010 zur Koordinierung bestimmter Rechts- und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Bereitstellung audiovisueller Mediendienste (ABl. Nr. L 95 vom 15. April 2010) folgende Frage zur Vorabentscheidung vorgelegt:

2. Betreibt derjenige, der bei dem Internetdienst YouTube einen Videokanal unterhält, von dem Internetnutzer kurze Werbevideos für Modelle neuer Personenkraftwagen abrufen können, einen audiovisuellen Mediendienst im Sinne von Art. 1 Abs. 1 Buchst. a der Richtlinie 2010/13/EU?(Rn.22)

EURL 13/2010 Art 1 Abs 1 Buchst a, Art 1 Abs 1 Buchst b
Pkw-EnVKV § 5 Abs 2 S 1 Halbs 2
UWG § 4 Nr 11
AEUV Art 267

Aktenzeichen: IZR117/15 Paragraphen: Datum: 2017-01-12
Link: pdf.php?db=bankrecht&nr=36992

PDF-DokumentWettbewerbsrecht - Unzulässige Werbung Irreführende Angaben Sonstiges Internet

BGH - OLG Köln - LG Bonn
28.1.2016
I ZR 231/14

Vorabentscheidungsersuchen an den EuGH zur Auslegung der Richtlinie 2005/29/EG über unlautere Geschäftspraktiken im binnenmarktinternen Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen und Verbrauchern: Erfordernis der Angaben zu Anschrift und Identität des Gewerbetreibenden in der Anzeigenwerbung in einem Printmedium bei Erwerb der Produkte ausschließlich über die Internetplattform des Werbenden - MeinPaket.de MeinPaket.de

Dem Gerichtshof der Europäischen Union werden zur Auslegung des Art. 7 Abs. 4 der Richtlinie 2005/29/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Mai 2005 über unlautere Geschäftspraktiken im binnenmarktinternen Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen und Verbrauchern und zur Änderung der Richtlinie 84/450/EWG des Rates, der Richtlinien 97/7/EG, 98/27/EG und 2002/65/EG des Europäischen Parlaments und des Rates sowie der Verordnung (EG) Nr. 2006/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates (ABl. EG Nr. L 149 vom 11. Juni 2005, S. 22) folgende Fragen zur Vorabentscheidung vorgelegt:

1. Müssen die Angaben zu Anschrift und Identität des Gewerbetreibenden im Sinne von Art. 7 Abs. 4 Buchst. b der Richtlinie 2005/29/EG schon in der Anzeigenwerbung für konkrete Produkte in einem Printmedium gemacht werden, auch wenn die Verbraucher die beworbenen Produkte ausschließlich über eine in der Anzeige angegebene Website des werbenden Unternehmens erwerben und die nach Art. 7 Abs. 4 der Richtlinie erforderlichen Informationen auf einfache Weise auf dieser oder über diese Website erhalten können?

2. Kommt es für die Antwort auf Frage 1 darauf an, ob das in dem Printmedium werbende Unternehmen für den Verkauf eigener Produkte wirbt und für die nach Art. 7 Abs. 4 der Richtlinie 2005/29/EG erforderlichen Angaben direkt auf eine eigene Website verweist, oder ob sich die Werbung auf Produkte bezieht, die von anderen Unternehmen auf einer Internetplattform des Werbenden verkauft werden, und die Verbraucher die Angaben nach Art. 7 Abs. 4 der Richtlinie erst in einem oder mehreren weiteren Schritten (Klicks) über eine Verlinkung mit den Internetseiten dieser anderen Unternehmen erhalten können, die auf der in der Werbung allein angegebenen Website des Plattformbetreibers bereitgestellt wird?

EGRL 7/97
EGRL 27/98
EGRL 65/2002
EGRL 29/2005 Art 7 Abs 4 Buchst b
EWGRL 450/84

Aktenzeichen: IZR231/14 Paragraphen: Datum: 2016-01-28
Link: pdf.php?db=bankrecht&nr=35978

PDF-DokumentWettbewerbsrecht - Internet Wettbewerb

BGH - OLG Köln - LG Köln
11.12.2014
I ZR 113/13

Bezugsquellen für Bachblüten

Weist ein Unternehmen auf seiner Internetseite im Zusammenhang mit Angaben zu einer bestimmten Therapie (hier: Original Bach-Blütentherapie) auf die "Original Produkte" zu dieser Therapie hin und hält es für den Verbraucher einen elektronischen Verweis (Link) im Rahmen des Internetauftritts bereit, der zum Angebot der "Original Produkte" eines bestimmten Herstellers führt, liegt eine geschäftliche Handlung im Sinne des § 2 Abs. 1 Nr. 1 UWG vor.

UWG § 2 Abs 1 Nr 1

Aktenzeichen: IZR113/13 Paragraphen: UWG§2 Datum: 2014-12-11
Link: pdf.php?db=bankrecht&nr=35240

PDF-DokumentWettbewerbsrecht - Internet Sonstiges

BGH - OLG München - LG München I
9.10.2013
I ZR 24/12

Alpenpanorama im Heißluftballon

Der Anbieter von Gutscheinen für "Erlebnisse" (hier: Ballonfahrt in den Alpen), die innerhalb von drei Jahren vom Kunden oder einer von ihm beschenkten Person bei Drittunternehmen (Erlebnispartnern) eingelöst werden können, ist nicht gemäß § 5a Abs. 3 Nr. 2 Fall 2 UWG gehalten, bereits beim annahmefähigen Angebot des Erlebnisses auf seiner Internetseite über Identität und Anschrift des die Ballonfahrt durchführenden Unternehmens zu informieren.

UWG § 5a Abs 3 Nr 1, § 5a Abs 3 Nr 2 Alt 2

Aktenzeichen: IZR24712 Paragraphen: UWG§5a Datum: 2013-10-09
Link: pdf.php?db=bankrecht&nr=33996

PDF-DokumentWettbewerbsrecht - Internet Titel/Waren/Produktbezeichnung

BGH - LG Köln
6.6.2013
I ZR 2/12

Pflichtangaben im Internet

Eine Google-Adwords-Anzeige für ein Arzneimittel verstößt nicht allein deshalb gegen § 4 HWG, weil die Pflichtangaben nicht in der Anzeige selbst enthalten sind. Es ist vielmehr ausreichend, dass die Anzeige einen eindeutig als solchen klar erkennbaren elektronischen Verweis enthält, der unzweideutig darauf hinweist, dass der Nutzer über ihn zu den Pflichtangaben gelangt; der elektronische Verweis muss zu einer Internetseite führen, auf der die Pflichtangaben unmittelbar, das heißt ohne weitere Zwischenschritte leicht lesbar wahrgenommen werden können.

HeilMWerbG § 4 Abs 1, § 4 Abs 3 S 3, § 4 Abs 4 S 1

Aktenzeichen: IZR2/12 Paragraphen: Datum: 2013-06-06
Link: pdf.php?db=bankrecht&nr=33469

PDF-DokumentWettbewerbsrecht - Internet Wettbewerbsrecht Vertragsrecht

OLG Hamburg - LG Hamburg
12.7.2012
3 U 65/10

I. Wird im Internet ein Tonträger angeboten, auf dem sich nach dem Inhalt des Angebots "Nr. 1 Hits" aus einer bestimmten Zeitperiode befinden sollen, so erwartet der angesprochene Verkehr mangels entgegenstehender Hinweise, dass alle auf dem Tonträger enthaltenen Musiktitel den Versionen entsprechen, die in der angegebenen Zeitperiode Platz 1 der Hitlisten erklommen haben.

II. Der Verkehr wird in die Irre geführt, wenn das Angebot nicht (hinreichend) erkennen lässt, dass einzelne auf dem Tonträger enthaltene Musiktitel als sogenannte Re-Recordings zu einem anderen Zeitpunkt und in einer anderen als der zum Zeitpunkt ihres großen Erfolges verbreiteten Version eingespielt worden sind.

III. Die infolge der Irreführung eintretende Beeinträchtigung ist spürbar im Sinne des § 3 Abs. 1 UWG. Der Verkehr legt Wert darauf, dass er die Musiktitel gerade in der Original-/Version erhält, in der sich allein der besondere musikalische und emotionale Wert des ehemaligen Nr. 1 Hits widerspiegelt, und orientiert seine Kaufentscheidung daran. Die Wertschätzung, die der Verkehr den ihm vertrauten Versionen der Erfolgstitel entgegenbringt, ist dabei von der künstlerischen oder technischen Qualität der Aufnahme unabhängig.

IV. Ein Internethändler haftet für ein eigenes irreführendes Angebot und missachtet dabei die fachliche bzw. berufliche Sorgfalt auch dann, wenn sein Geschäftsmodell darauf angelegt ist, Ware in großen Mengen ausschließlich im Internet anzubieten und für das Warenangebot und dessen Bewerbung allein auf ihm vom Hersteller oder einem kommerziellen Datenlieferanten zur Verfügung gestellte Informationen zurückzugreifen, ohne die Ware selbst einer gesonderten Überprüfung unterzogen zu haben.

UWG §§ 3, 5, 5a, 8 Abs. 1

Aktenzeichen: 3U65/10 Paragraphen: Datum: 2012-07-12
Link: pdf.php?db=bankrecht&nr=31382

PDF-DokumentWettbewerbsrecht - Unzulässige Werbung Internet

OLG München - LG München I
10.5.2012
29 U 515/12

Verschleierte Werbung auf Wikipedia

Ist ein Wikipedia-Eintrag bei objektiver Betrachtung - neben einer etwaigen allgemeinen Unterrichtung der Öffentlichkeit - jedenfalls auch darauf gerichtet, durch Beeinflussung der geschäftlichen Entscheidungen der Verbraucher den Absatz einer Ware zu fördern, kann eine Verschleierung des Werbecharakters im Sinne von § 4 Nr. 3 UWG nicht deshalb verneint werden, weil Diskussionsbeiträge zu diesem Eintrag auf Wikipedia zur Verfügung stehen. Denn es kann nicht angenommen, dass der durchschnittlich informierte, situationsadäquat aufmerksame und verständige Internetnutzer neben einem Wikipedia-Eintrag regelmäßig auch zugehörige Diskussionsbeiträge zur Kenntnis nimmt, zumal wenn diese erst zeitversetzt online gestellt werden.

UWG § 2 Nr 1, § 3, § 4 Nr 3, § 8 Abs 1, § 8 Abs 3 Nr 1

Aktenzeichen: 29U515/12 Paragraphen: UWG§2 UWG§3 UWG§4 UWG§8 Datum: 2012-05-10
Link: pdf.php?db=bankrecht&nr=32185

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