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PDF-DokumentVersicherungsrecht - Versicherungsvertragsrecht Lebensversicherungsrecht

OLG Köln - LG Köln
21.05.2003 5 U 51/00
Versicherungsrecht, Rücktritt des Versicherers
1. Erklärt der Versicherer im Falle einer Lebensversicherung mit eingeschlossener Berufsunfähigkeitsversicherung den Rücktritt, so muss sich aus der Erklärung eindeutig ergeben, welche Versicherung vom Rücktritt erfasst sein soll.

2. Einen allgemeinen Grundsatz, dass der Rücktritt im Zweifel beide Versicherungen betrifft, gibt es nicht.

3. Fehlt es an der Notwendigen Eindeutigkeit, ist die Rücktrittserklärung zur Ermittlung, welche Versicherung betroffen ist, nach Maßgabe der §§ 133, 157 BGB auszulegen.
VVG § 20 II,
BGB §§ 133, 157

Aktenzeichen: 5U51/00 Paragraphen: VVG§20 BGB§133 BGB§157 Datum: 2030-05-21
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PDF-DokumentVersicherungsrecht - Versicherungsvertragsrecht Sonstiges

BGH - OLG Karlsruhe - LG Mannheim
10.10.2012
IV ZR 10/11

1. Eine Grundentscheidung der Tarifvertragsparteien, bei deren Umsetzung und inhaltlicher Ausgestaltung der Satzungsgeber eine weitgehende Gestaltungsfreiheit hat, setzt eine wirksame tarifvertragliche Regelung voraus.

2. Der Änderungstarifvertrag Nr. 6 vom 24. November 2011 zum Tarifvertrag über die betriebliche Altersversorgung der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes (Tarifvertrag Altersversorgung - ATV) vom 1. März 2002 stellt hinsichtlich seiner rückwirkend zum 1. Januar 2001 in Kraft gesetzten Regelungen zum Gegenwert für Beteiligungen, die vor Abschluss dieses Tarifvertrages beendet wurden, eine unzulässige echte Rückwirkung dar.

3. Die in § 23 Abs. 2 VBLS geregelte volle Berücksichtigung von Versicherten ohne erfüllte Wartezeit bei der Berechnung des Gegenwerts sowie die Ausgestaltung des Gegenwerts als Einmalzahlung eines Barwerts benachteiligen den ausgeschiedenen Beteiligten unangemessen.

4. Die Gegenwertregelung des § 23 Abs. 2 VBLS ist intransparent, weil nicht alle Berechnungsgrundlagen des Gegenwerts offen gelegt werden.

VBLSa § 23 Abs 2
BGB § 307 Abs 1
ATV § 1 Nr 1, § 2 S 1

Aktenzeichen: IVZR10/11 Paragraphen: VBLSa§23 ATV§1 BGB§307 Datum: 2012-10-10
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PDF-DokumentVersicherungsrecht - Versicherungsvertragsrecht Krankenversicherungsrecht

BGH - LG Münchewn I - AG München
12.9.2012
IV ZR 28/12

Macht der Versicherungsnehmer einer privaten Krankenversicherung von seinem Recht Gebrauch, innerhalb eines bestehenden Versicherungsverhältnisses von dem bisherigen Tarif ("Herkunftstarif") mit einem absoluten jährlichen Selbstbehalt in einen neuen Tarif ("Zieltarif") mit behandlungsbezogenem Selbstbehalt zu wechseln, kann der Versicherer gemäß § 204 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Halbsatz 2 VVG einen Leistungsausschluss nur verlangen, soweit der behandlungsbezogene Selbstbehalt den absoluten Selbstbehalt nicht ausschöpft. Der kumulative Ansatz sowohl des absoluten als auch des behandlungsbezogenen Selbstbehalts ist unzulässig.

VVG § 204 Abs 1 S 1 Nr 1 Halbs 2

Aktenzeichen: IVZR28/12 Paragraphen: VVG§204 Datum: 2012-09-27
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PDF-DokumentVersicherungsrecht - Versicherungsvertragsrecht Versicherungsverträge Haftpflichtrecht Haftpflichtversicherung

BGH - OLG Frankfurt - LG Wiesbaden
12.9.2012
IV ZR 171/11

Für die Anzeigepflicht bei einer nicht veranlassten Gefahrerhöhung enthalten die Allgemeinen Versicherungsbedingungen für die Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung von Unternehmensleitern und Leitenden Angestellten (ULLA) eine abschließende Regelung, die einen Rückgriff auf die gesetzlichen Vorschriften der §§ 27, 28 VVG a.F. ausschließt.

VVG § 27 aF, § 28 aF

Aktenzeichen: IVZR171/11 Paragraphen: VVG§27 VVG§28 Datum: 2012-09-12
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PDF-DokumentVersicherungsrecht AGB-Recht - Versicherungsvertragsrecht Versicherungsverträge

BGH - Thüringer OLG - LG Gera
27.6.2012
IV ZR 212/10

Ein Leistungsausschluss, demzufolge sich der Versicherungsschutz gegen Leitungswasser ohne Rücksicht auf mitwirkende Ursachen nicht auf Schäden "durch Schwamm" erstreckt, gilt für alle Arten von Hausfäulepilzen und erfasst gerade auch den Schwammbefall als Folge eines versicherten Leitungswasseraustritts. In dieser Auslegung hält der Leistungsausschluss der Inhaltskontrolle stand.

VGB 1988 § 9 Abs 4 Buchst e

Aktenzeichen: IVZR212/10 Paragraphen: VGB§9 Datum: 2012-06-27
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PDF-DokumentVersicherungsrecht AGB-Recht - Versicherungsvertragsrecht Versicherungsverträge

BGH - OLG Koblenz - LG Koblenz
20.6.2012
IV ZR 39/11

Die Fristenregelung in AUB 2002 Nr. 2.1.1.1, nach der die Invalidität innerhalb von 15 Monaten nach dem Unfall von einem Arzt schriftlich festgestellt und geltend gemacht sein muss, genügt auch unter Berücksichtigung des vorangestellten Inhaltsverzeichnisses den Anforderungen des Transparenzgebots.

AUB 2002 Nr 2.1.1.1

Aktenzeichen: IVZR39/11 Paragraphen: Datum: 2012-06-20
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PDF-DokumentVersicherungsrecht AGB-Recht - Versicherungsvertragsrecht Versicherungsverträge

OLG Bamberg - LG Bamberg
20.6.2012
3 U 236/11

Eine Klausel in Allgemeinen Rechtsschutzversicherungsbedingungen, die die Wahl eines vom Versicherer empfohlenen Anwalts damit "belohnt", im Versicherungsfall nicht in eine ungünstigere Schadenfreiheitsklasse zurückgestuft zu werden, verstößt gegen §§ 127, 129 VVG und ist daher gemäß §§ 307 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Nr. 1 BGB unwirksam.

UKlaG § 1, § 3 Abs 1 Nr 2
BGB § 307 Abs 1 S 1, § 307 Abs 2 Nr 1
VVG § 127

Aktenzeichen: 3U236/11 Paragraphen: UKlaG§2 UKlaG§3 BGB§307 VVG§127 Datum: 2012-06-20
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PDF-DokumentVersicherungsrecht Architekten-/Ingenieurrecht - Versicherungsvertragsrecht Versicherungsverträge Haftpflichtrecht Haftpflichtversicherung

BGH - Kammergericht - LG Berlin
30.5.2012
IV ZR 87/11

Inhaltskontrolle für eine Vertragsstrafeklausel in Allgemeinen Versicherungsbedingungen

Eine Klausel in einer Berufshaftpflichtversicherung für Architekten, die die Verletzung der Pflicht zu zutreffenden Angaben über die für die Beitragshöhe maßgeblichen Honorarumsätze durch eine Vertragsstrafe in Höhe des fünffachen Betrages der daraus folgenden Prämiendifferenz sanktioniert, benachteiligt den Versicherungsnehmer unangemessen und ist deshalb unwirksam.

VVG § 1, §§ 1ff
BGB § 307 Abs 1 S 1

Aktenzeichen: IVZR87/11 Paragraphen: VVG§1 BGB§307 Datum: 2012-05-30
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PDF-DokumentVersicherungsrecht AGB-Recht - Versicherungsvertragsrecht Lebensversicherungrecht Versicherungsverträge

OLG Stuttgart
24.5.2012
7 U 170/11

Die Vereinbarung eines Stornoabzugs (Marktpreisanpassung) in einem Lebensversicherungsvertrag eines englischen Lebensversicherers, die im Falle der Kündigung des Vertrages (Rückgabe des Vertrages) eine Kürzung des Rückkaufswertes (Rücknahmepreises) in völlig unbestimmter Höhe nach Ermessen des Versicherers vorsieht, ist unwirksam. Der Versicherer muss in diesen Fällen den Rückkaufswert ungekürzt auszahlen.

Aktenzeichen: 7U170/11 Paragraphen: Datum: 2012-05-24
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PDF-DokumentVersicherungsrecht - Versicherungsvertragsrecht Sonstiges

OLG Stuttgart - LG Stuttgart
19.4.2012
7 U 157/11

Wurden einem Versicherungsnehmer bei Vertragsschluß komplexe Gesundheitsfragen so schnell vorgelesen, dass ihre richtige Erfassung nicht gewährleistet war, kann eine unvollständige Antwort nicht Grundlage einer Anfechtung wegen arglistiger Täuschung oder eines Rücktritts vom Versicherungsvertrag sein.

VVG § 16, § 22
BGB § 123

Aktenzeichen: 7U157/11 Paragraphen: VVG§16 VVG§22 BGB§123 Datum: 2012-04-19
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