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PDF-DokumentSchadensrecht - Haftpflichtrecht Tierhaltung

BGH - LG Oldenburg - AG Delmhorst
27.10.2015
VI ZR 23/15

1. Im Fall der Verletzung eines Tieres ist § 251 Abs. 2 Satz 2 BGB dahin auszulegen, dass die aus der Heilbehandlung des Tieres entstandenen Aufwendungen nicht bereits dann unverhältnismäßig sind, wenn sie dessen Wert erheblich übersteigen.

2. Zur Ermittlung der noch verhältnismäßigen Heilbehandlungskosten bedarf es stets einer wertenden Gesamtbetrachtung aller Umstände des konkreten Einzelfalls seitens des Tatrichters. Dabei kann auch das individuelle Verhältnis zwischen dem Geschädigten und dem verletzten Tier von Bedeutung sein.

3. Im Fall der Verletzung eines Tieres kann der Schädiger den Geschädigten bei unverhältnismäßig hohen Heilbehandlungskosten nicht gemäß § 251 Abs. 2 Satz 1 BGB auf Wertersatz in Geld verweisen; der Schädiger schuldet dem Geschädigten vielmehr - in Ausnahme von dieser Vorschrift - Ersatz der noch als verhältnismäßig zu erachtenden Tierbehandlungskosten.

BGB § 249 Abs 2, § 251 Abs 2 S 1, § 251 Abs 2 S 2, § 254, § 823 Abs 1

Aktenzeichen: VIZR23/15 Paragraphen: BGB§249 BGB§251 BGB§254 BGB§823 Datum: 2015-10-27
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PDF-DokumentSchadensrecht - Tierhaltung

OLG Naumburg - LG Halle
11.10.2010
10 U 25/09

Ein Tierhalter, der auf einer Gartenparty seinen Hund frei herumlaufen lässt, muss davon ausgehen, dass dieser von den Gästen als gänzlich ungefährlich angesehen wird und sich gegebenenfalls auch im Umgang mit Hunden nicht erfahrene Gäste dem Tier annähern.

Eine schuldlose Mitverursachung durch den Geschädigten wird im Rahmen der Gefährdungshaftung nicht berücksichtigt. Für ein Mitverschulden muss der Geschädigte gegen Gebote des eigenen Interesses vorwerfbar verstoßen haben (hier verneint).

Bei einem Hund ergibt sich nicht von vornherein die Nutztiereigenschaft, auch nicht wenn er als Wachhund ausgebildet und angeschafft worden ist. Vielmehr kommt es darauf an, welchem Zweck er objektiv dienstbar gemacht worden ist.

Aktenzeichen: 10U25/09 Paragraphen: Datum: 2010-10-11
Link: pdf.php?db=zivilrecht&nr=28295

PDF-DokumentSchadensrecht - Tierhaltung Schmerzensgeld

OLG Naumburg - LG Stendal
5.8.2010
2 U 39/10

Schmerzensgeld i. H. v. 4.500 €

(hier: Tierhalterhaftung bei einem Hundebiss in die Wade des rechten Beins; ca. 4 Wochen stationäre Behandlung wegen Wundinfektionen und ca. 2 Wochen Gehstützen; unter Berücksichtigung eines Mitverschuldens der Geschädigten zu 1/3).

Aktenzeichen: 2U39/10 Paragraphen: Datum: 2010-08-05
Link: pdf.php?db=zivilrecht&nr=28263

PDF-DokumentHaftungsrecht Schadensrecht - Tierhaltung Tierhalterhaftung

OLG Koblenz - LG Bad Kreuznach
16.03.2006
5 U 1708/05

Zu den Sorgfaltspflichten des Pferdehalters und Veranstalters von Reitunterricht sowie zur Darlegungs- und Beweislast bei einem Reitunfall.

BGB §§ 276, 280, 833
ZPO § 286

Aktenzeichen: 5U1708/05 Paragraphen: BGB§276 BGB§280 BGB§833 ZPO§286 Datum: 2006-03-16
Link: pdf.php?db=zivilrecht&nr=17280

PDF-DokumentHaftungsrecht Schadensrecht - Tierhalterhaftung Tierhaltung

OLG Oldenburg - LG Osnabrück
04.02.2002
11 U 79/01

Tierhalterhaftung: Verursachung eines Sturzes durch mehrere miteinander balgende Hunde

1. Wenn mehrere Hunde miteinander balgend in eine Personengruppe hineinlaufen und ein Mensch zu Fall kommt, verwirklicht sich die typische Tiergefahr, auch wenn der Sturz nur auf eine Ausweichbewegung des Geschädigten zurückzuführen sein sollte.

2. Im Zweifel haftet ein jeder Halter der beteiligten Hunde für die Schadensfolgen, ohne dass es entscheidend darauf ankäme, welcher Hund konkret den Sturz verursacht hat, indem er den Geschädigten anstieß oder Anlass zu einer schadensstiftenden Ausweichbewegung gab.

BGB § 833

Aktenzeichen: 11U79/01 Paragraphen: BGB§833 Datum: 2006-02-04
Link: pdf.php?db=zivilrecht&nr=16653

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