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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Presserecht

OVG Berlin-Brandenburg - VG Berlin
9.12.2020
6 S 48/20

Presserecht; einstweiliger Rechtsschutz; Beschwerde; Vorwürfe der sexuellen Belästigung an einer Gedenkstätte; Schutz der Persönlichkeitsrechte der Betroffenen; Abwägung mit dem Interesse an Berichterstattung; Person des öffentlichen Lebens;

Kommunikation per WhatsApp, SMS, Twitter, etc.

Zur Abwägung des Berichterstattungsinteresses der Presse mit entgegenstehenden Persönlichkeitsrechten.

PresseG BE § 4 Abs 1, § 4 Abs 2 Nr 4

Aktenzeichen: 6S48/20 Paragraphen: Datum: 2020-12-09
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PDF-DokumentProzeßrecht Sonstige Rechtsgebiete - Akteneinsicht Auskunft Presserecht Informationsrecht

BVerwG - OVG NRW - VG Köln
13.10.2020
2 C 41.18

Akteneinsicht; Aufbewahrung; Auskunftsanspruch; Auskunftsantrag; Beamter; Bestimmtheit; Disziplinarakte; Disziplinarverfahren; Disziplinarvorgang; Informationsinteresse; Interessenabwägung; Journalist; Makel; NSU-Untersuchungsausschuss; Personalakte; Personalaktendaten; Pflicht zur Entfernung; Pflicht zur Vernichtung; Presse; Pressefreiheit; Recht auf informationelle Selbstbestimmung; Tilgung; Tilgungsgebot; Verwertungsverbot; Zeit; Zeitablauf; behördliche Auskunftspflicht; disziplinarrechtliches Verwertungsverbot; journalistische Relevanzprüfung; persönliches Vertraulichkeitsinteresse; zeitliche Grenze; zwingend erforderlich; öffentliches Vertraulichkeitsinteresse;

Anspruch der Presse auf Auskunft aus den Akten eines abgeschlossenen Disziplinarverfahrens

1. Der Anspruch der Presse auf Auskunft zu einem behördlichen Disziplinarverfahren gegen einen Bundesbeamten findet seine Grundlage im Personalaktenrecht in § 111 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 BBG.

2. Das disziplinarrechtliche Verwertungsverbot und das Tilgungsgebot (§ 16 Abs. 1 und 3 BDG) sind als bedeutsame Abwägungsfaktoren auf Seiten des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung des betroffenen Beamten in die nach § 111 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 BBG vorzunehmende Interessenabwägung einzustellen.

3. Das Merkmal "zwingend erforderlich" des § 111 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 BBG ist im Lichte der Pressefreiheit dahin auszulegen, dass die Auskunftserteilung nicht von einer inhaltlichen Bewertung des Informationsanliegens abhängt. Nicht "zwingend erforderlich" kann eine von der Presse verlangte Information sein, wenn sie aus anderen öffentlich zugänglichen Informationsquellen anderweitig verfügbar ist.

4. Die während eines Verwaltungs- oder Klageverfahrens mit dem Ablauf der Tilgungsfrist entstehende Pflicht des Dienstherrn, die Disziplinarakte von Amts wegen zu vernichten, tritt mit seiner Pflicht, die von einem Dritten geltend gemachte Auskunft gegebenenfalls erteilen zu müssen, in Konflikt. Der Ausgleich der kollidierenden Rechtspflichten des Dienstherrn kann nur dadurch hergestellt werden, dass der Disziplinarvorgang bis zur bestands- oder rechtskräftigen Entscheidung über das Auskunftsersuchen in eine gesonderte Aufbewahrung genommen wird.

GG Art. 1 Abs. 1 i.V.m. Art. 2 Abs. 1, Art. 5 Abs. 1 Satz 2
BBG § 106 Abs. 1 Satz 4, Abs. 3, § 111 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2, Abs. 2 Satz 2
BDG § 16
IFG § 5 Abs. 2
EMRK Art. 10
GRCh Art. 11
BZRG § 51

Aktenzeichen: 2C41.18 Paragraphen: Datum: 2020-10-13
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Presserecht Sonstiges

BVerwG - OVG Berlin-Brandenburg - VG Berlin
7.4.2020
20 F 2.19

Begünstigte von Sperrerklärungen; Ermessensfehler; Gewährleistungsgehalt der Pressefreiheit; Sperrerklärung als Streitgegenstand; Unstatthaftigkeit; exekutive Eigenkontrolle; Ermessensfehlerhafte Sperrerklärung

1. Anträge auf Feststellung der Rechtmäßigkeit einer Sperrerklärung sind im Zwischenverfahren nach § 99 VwGO unstatthaft.

2. Bei Sperrerklärungen ist die nachträgliche Ergänzung von Ermessenserwägungen nur zulässig, wenn die Gründe schon bei Erlass des Verwaltungsakts vorlagen, dieser nicht in seinem Wesen verändert und der Betroffene nicht in seiner Rechtsverteidigung beeinträchtigt wird.

3. Es stellt einen Ermessensfehler dar, wenn sich die Verweigerung der Auskunftserteilung nicht allein an der von § 99 VwGO geforderten prozessualen Abwägungsentscheidung orientiert, sondern sich maßgeblich auf fachgesetzliche Ausschlussgründe stützt, die dem Informationsbegehren im Hauptsacheverfahren entgegenstehen sollen.

GG Art. 5 Abs. 1 Satz 2
VwGO § 99 Abs. 1 Satz 2, § 100

Aktenzeichen: 20F2.19 Paragraphen: Datum: 2020-04-07
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Informationsrecht Presserecht

OVG Berlin-Brandenburg - VG Berlin
5.2.2020
6 S 59.19

Presserechtlicher Auskunftsanspruch; Diesel-Abgas-Skandal; Bundesverkehrsministerium; Schutz vertraulicher Informationen; Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse; Recht auf informationelle Selbstbestimmung

Zur Auskunftsverpflichtung des Bundesverkehrsministeriums gegenüber einem für den Rundfunk tätigen Journalisten zu einem vom Bundesminister geführten Gespräch und zur Prüfung von Sanktionsmaßnahmen durch das Kraftfahrtbundesamt.

GG Art 5 Abs 1 S 2

Aktenzeichen: 6S59.19 Paragraphen: Datum: 2020-02-05
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Informationsrecht Presserecht

OVG Berlin-Brandenburg - VG Berlin
20.12.2019
6 S 58.19

Zur Frage eines presserechtlichen Auskunftsanspruchs nach Artikel 5 Abs. 1 Satz 2 GG bei Vorliegen eines Berufsgeheimnisses im Sinne des § 3 Nr. 4 3. Fall IFG (hier: Verschwiegenheitspflicht des Rechtsanwalts).

VwGO § 146 Abs 4 S 6
GG Art 5 Abs 1 S 1, Art 12 Abs 1
IFG § 3 Nr 4
BRAO § 43a Abs 2

Aktenzeichen: 6S58.19 Paragraphen: Datum: 2019-12-20
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Presserecht Sonstiges

VGH Hessen - VG Wiesbaden
20.11.2019
8 B 1938/19

Die Ausschlussgründe des § 3 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 bis 3 HPresseG sind abschließend, soweitsie nicht an anderer Stelle ausdrücklich gesetzlich geregelt sind, wie dies z.B. für materielle Geheimhaltungsvorschriften vielfach der Fall ist.

Weder § 22 HVSG noch § 30 HVwVfG noch § 2 HSÜG berechtigen das Landesamt für Verfassungsschutz zur Verweigerung einer auf der Grundlage von § 3 HPresseG von der Presse gewünschten Auskunft aus dem NSU-Zwischenbericht 2013 und dem NSU-Abschlussbericht 2014.

HPresseG § 3
HVSG § 22,
HVSG § 23
HSÜG § 2
HVwVfG § 30

Aktenzeichen: 8B1938/19 Paragraphen: Datum: 2019-11-20
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Presserecht Sonstiges

VGH Hessen - VG Frankfurt
11.10.2019
7 A 1364/17.Z

1. Die Grundregeln in §§ 31 ff. UrhG sind auch im Verlagsrecht anwendbar und überlagern dessen Regelungen (§ 2 Abs 2 VerlG).

2. Aus § 15 DNBG folgt, dass die Ablieferungspflicht den jeweiligen Inhaber des Nutzungsrechts trifft, auch wenn nicht er, sondern ein Dritter - möglicherweise unberechtigt - das Werk verbreitet oder veröffentlicht hat.

DNBG § 14, § 15
BGB § 133, § 157
VerlG § 2 Abs 2

Aktenzeichen: 7A1364/17 Paragraphen: Datum: 2019-10-11
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Informationsrecht Presserecht

VG Freiburg
20.8.2019
4 K 2530/19

Der Informationsanspruch nach § 2 VIG ist in seinem Regelungsgehalt auf die Herausgabe der entsprechenden Informationen an den jeweils Anspruchsberechtigten begrenzt. Für die Frage, ob die begehrten Informationen an diesen herauszugeben sind, ist dessen Verwertungsbefugnis unerheblich.

Die Weitergabe der erlangten Informationen – etwa an den Webservice „FrageDenStaat.de“ / „TopfSecret“ – ist eine eigenständige Veröffentlichungshandlung, gegen die sich die Betroffenen ggf. auf dem Zivilrechtsweg zur Wehr setzen kann.

Aktenzeichen: 4K2530/19 Paragraphen: Datum: 2019-08-20
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Presserecht

Bayerischer VGH - VG Ansbach
5.8.2019
7 CE 19.1119

Presserechtliches Auskunftsersuchen; Europawahl 2019; keine Dringlichkeit; keine Glaubhaftmachung eines Anordnungsgrunds

GG Art 5 Abs 1
VwGO § 123

Aktenzeichen: 7CE19.1119 Paragraphen: Datum: 2019-08-05
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Medienrecht Presserecht

BVerwG - Bayerischer VGH - VG München
27.6.2019
6 B 150.18

Erkennbarkeitsgebot; Programm; Trennungsgebot; Werbung; Wirtschaftswerbung; andere Sendungsteile; redaktioneller Inhalt; soziale Appelle; unentgeltliche Beiträge im Dienst der Öffentlichkeit;

Rundfunkrechtliches Gebot der Trennung von Wirtschaftswerbung und anderen Sendungsteilen

Die Ausstrahlung sozialer Appelle (hier: Spot für ein christliches Kinderhilfswerk) innerhalb eines Werbeblocks im Fernsehen verstößt gegen das rundfunkrechtliche Gebot der Trennung von Wirtschaftswerbung und Programm.

RStV § 2 Abs. 2 Nr. 7, § 7 Abs. 3 Satz 1 und 3, § 7 Abs. 9 Satz 3, § 45 Abs. 2
AVM-Richtlinie Art. 10 Abs. 1 Satz 2
AVMD-Richtlinie Art. 19 Abs. 1 Satz 2

Aktenzeichen: 6B150.18 Paragraphen: Datum: 2019-06-27
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Informationsrecht Presserecht

OVG Berlin-Brandenburg - VG Berlin
19.6.2019
6 S 19.19

Presserechtlicher Auskunftsanspruch; Personalaktendaten; Schutzbedürftigkeit; allgemeines Persönlichkeitsrecht; Person des öffentlichen Lebens

Zu presserechtlichen Auskunftsansprüchen bei Personalaktendaten.

PresseG BE § 4 Abs 2 Nr 4

Aktenzeichen: 6S19.19 Paragraphen: Datum: 2019-06-19
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Medienrecht Presserecht

OVG Berlin-Brandenburg - VG Berlin
13.5.2019
3 S 33.19

Darlegungserfordernis; Beschwerdeverfahren; Wahlwerbung; Fernsehspot; Volksverhetzung; Meinungsfreiheit

VwGO § 146 Abs 4
GG Art 3 Abs 1, Art 5 Abs 1, Art 21 Abs 1
StGB § 130

Aktenzeichen: 3S33.19 Paragraphen: Datum: 2019-05-13
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Presserecht

OVG Berlin-Brandenburg - VG Berlin
26.4.2019
6 S 23.19

Einstweiliger Rechtsschutz; Presserechtlicher Auskunftsanspruch; Vollziehungsaussetzung; Voraussetzungen; Unzumutbare Belastung des Auskunftspflichtigen

Eine Aussetzung der Vollziehung einer einstweiligen Anordnung nach § 173 Abs. 1 VwGO in Verbindung mit § 570 Abs. 3 ZPO kommt ausnahmsweise in Betracht, wenn sich die angegriffene Entscheidung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit als fehlerhaft erweist oder unter Berücksichtigung aller für und gegen die Aussetzung sprechenden Umstände zu erkennen ist, dass die sofortige Vollziehung den Betroffenen unzumutbar belastet.

VwGO § 173 Abs 1, § 149 Abs 1 S 1
ZPO § 570 Abs 3

Aktenzeichen: 6S23.19 Paragraphen: Datum: 2019-04-26
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete Grundgesetz - Presserecht Pressefreiheit

BVerwG - VGH Badenwürttemberg - VG Stuttgart
21.3.2019
7 C 26.17

Ausgestaltungsspielraum; Auskunft; Ausschreibungen; Datenbanken; Druckerzeugnis; Funktionsbezug; Funktionsfähigkeit; Informationsfunktion; Internetportal; Landespressegesetz; Presse; Pressefreiheit; Presseprivileg; Presseunternehmen; Rundfunkstaatsvertrag; Telemedien; Unternehmenszweck; Vergabeverfahren; Vertreter der Presse; Wirtschaftsunternehmen; autonome Organisationseinheit; außerpublizistischer Zweck; elektronische Presse; individuelle und öffentliche Meinungsbildung; institutionelle Eigenständigkeit; journalistisch-redaktionell; öffentliche Aufgabe

Kein presserechtlicher Auskunftsanspruch für ein Wirtschaftsunternehmen mit vornehmlich außerpublizistischem Geschäftszweck

1. Die in Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG verankerte Pressefreiheit verbietet nicht, § 4 Abs. 1 LPresseG BW dahin auszulegen, dass diese Vorschrift keinen Anspruch auf Erteilung von Auskünften an solche Unternehmen begründet, die damit vornehmlich außerpublizistische Zwecke verfolgen.

2. Bei der Konkretisierung des Kreises der anspruchsberechtigten "Vertreter der Presse" im Sinne von § 4 Abs. 1 LPresseG BW steht dem Landesgesetzgeber kein Ausgestaltungsspielraum zu.

3. Die in § 4 Abs. 1 LPresseG BW geregelte Funktionsbindung des Auskunftsanspruchs an die Erfüllung der öffentlichen Aufgabe der Presse ist schon im Grundgesetz angelegt; die öffentliche Aufgabe ist gleichbedeutend mit der vom Gewährleistungsauftrag des Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG erfassten Funktion der Presse für den öffentlichen Meinungsbildungsprozess.

4. Ein Medium ist nur dann journalistisch-redaktionell gestaltet, wenn es nach Inhalt und Verbreitungsart jedenfalls dazu bestimmt und geeignet ist, zur öffentlichen Kommunikation und Meinungsbildung beizutragen.

GG Art. 3 Abs. 1, Art. 5 Abs. 1 Satz 2, Art. 12 Abs. 1, Art. 14 Abs. 1
RStV § 9a Abs. 1, § 55 Abs. 2 und 3, §§ 48, 57
LPresseG BW §§ 3, 4 Abs. 1, § 12

Aktenzeichen: 7C26.17 Paragraphen: Datum: 2019-03-21
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Informationsrecht Presserecht

BVerwG - OVG NRW - VG Köln
28.2.2019
7 C 20.17

"in-camera"-Verfahren; Auskunftsanspruch; Darlegungserfordernisse; Einheitsaktenplan; Informationszugangsanspruch; Militärischer Abschirmdienst (MAD); Mindestmaß an Plausibilität; Pressefreiheit; Schwärzung; Unterlagen des Bundesministeriums der Verteidigung; Versagungsgrund; Verschlusssache; formelle Personalakten; materielle Geheimhaltungsbedürftigkeit; materielle Personalakte; parlamentarischer Untersuchungsausschuss; personenbezogene Daten; postmortaler Persönlichkeitsschutz;

Zugang u.a. zu Informationen über Uwe Mundlos aus Personalakten Dritter

1. § 5 Abs. 2 IFG zielt in erster Linie auf den Schutz der Personalakten im materiellen Sinne; die formelle Personalakte ist die Zusammenführung materieller Personalakten einer Person in einer einheitlichen Akte und unterfällt daher ebenfalls dem Schutz des § 5 Abs. 2 IFG.

2. Weisen die Darlegungen der anspruchsverpflichteten Behörde zur materiellen Geheimhaltungsbedürftigkeit der begehrten Informationen ein Mindestmaß an Plausibilität auf, darf das Gericht das Vorliegen fachgesetzlicher Geheimhaltungsvorschriften im Sinne von § 3 Nr. 4 IFG nicht verneinen, ohne die zurückgehaltenen Unterlagen anzufordern und ein sogenanntes "in-camera"-Verfahren einzuleiten.

IFG § 1 Abs. 1 und 3, § 3 Nr. 1 Buchst. g, § 3 Nr. 4, § 5 Abs. 1 Satz 1, § 5 Abs. 2,
IFG § 7 Abs. 2 Satz 2, § 8
SG § 29 Abs. 1 Satz 3, § 29 Abs. 3 Satz 9, § 29 Abs. 7 Satz 3 und 4
VwGO § 99 Abs. 1 und 2

Aktenzeichen: 7C20.17 Paragraphen: Datum: 2019-02-28
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Informationsrecht Presserecht

BVerwG - VGH Baden-Württemberg - VG Mannheim
28.2.2019
7 C 23.17

Anspruchsnormenkonkurrenz; Behörde; Dritte Gewalt; Ermittlungsverfahren, Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz; Generalbundesanwalt; Organ der Rechtspflege; Pressefreiheit; Prozessökonomie; Untätigkeitsklage; Vorverfahren; materielle Verwaltungstätigkeit; prozessualer Anspruch; verfassungsunmittelbarer Auskunftsanspruch; Zugang zu Unterlagen des Generalbundesanwalts

1. Der Generalbundesanwalt nimmt im Rahmen eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens keine materielle Verwaltungstätigkeit wahr und ist insoweit keine "Behörde des Bundes" im Sinne des Informationsfreiheitsgesetzes.

2. Eine in einem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren erteilte Weisung des Bundesjustizministers gegenüber dem Generalbundesanwalt ist als Aktenbestandteil der Ermittlungsakte des Generalbundesanwalts dem Anwendungsbereich des Informationsfreiheitsgesetzes entzogen.

GG Art. 5 Abs. 1 Satz 1 Halbs. 2 und Satz 2
EMRK Art. 10
IFG § 1 Abs. 1
StPO § 475
GVG § 147 Nr. 1

Aktenzeichen: 7C23.17 Paragraphen: Datum: 2019-02-28
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Rundfunk/Fernsehen Presserecht

BVerwG - Bayerischer VGH - VG München
6.11.2018
6 B 47.18

Aktivlegitimation; Bayerische Landeszentrale für neue Medien; Berufsausübungsfreiheit; Grundrechtsberechtigung; Grundrechtsverpflichtung; Landesmedienanstalt; Programmänderungsverlangen; Rundfunkfreiheit; Satzungsbefugnis; Vorbehalt des Gesetzes; Zulieferer von Programmbeiträgen; praktische Konkordanz; privater Programmanbieter;

Keine Grundrechtsberechtigung der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien im Verhältnis zu privaten Programmanbietern

Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien kann sich bei programmrelevanten Entscheidungen im Verhältnis zu Programmanbietern und Produzenten sowie Programmzulieferern als anderen grundrechtsberechtigten Dritten nicht auf eine eigene, aus Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG folgende Grundrechtsberechtigung stützen, sondern wird insoweit als grundrechtsverpflichtete Aufsichtsbehörde tätig (Bestätigung der Rechtsprechung, vgl. BVerwG, Urteile vom 6. Mai 2015 - 6 C 11.14 [ECLI:DE:BVerwG:2015:060515U6C11.14.0] - BVerwGE 152, 122 Rn. 24 und vom 31. Mai 2017 - 6 C 42.16 [ECLI:DE:BVerwG:2017:310517U6C42.16.0] - BVerwGE 159, 64 Rn. 14).

GG Art. 1 Abs. 3, Art. 5 Abs. 1 Satz 2, Art. 12 Abs. 1 Bayerische Verfassung Art. 111a
BayMG Art. 25

Aktenzeichen: 6B47.18 Paragraphen: Datum: 2018-11-06
Link: pdf.php?db=verwaltungsrecht&nr=21286

PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Rundfunk/Fernsehen Presserecht

OVG Berlin-Brandenburg - VG Berlin
29.10.2018
11 S 39.18

Verbreitung eines Hörfunkprogramms über DAB+ im landesweiten Multiplex Berlin-Brandenburg, Einstweilige Anordnung auf vorläufige Zulassung zur Rundfunkveranstaltung, Einstweilige Anordnung auf vorläufige Duldung der Verbreitung eines Rundfunkprogramms, Einstweilige Anordnung auf vorläufige Freihaltung von ausgeschriebenen Übertragungskapazitäten, Unzulässige Erweiterung des Streitgegenstandes im Beschwerdeverfahren, Zulieferung erheblicher Programmteile durch ausländischen Vertragspartner, Zahlung eines Entgelts für die Verbreitung der zugelieferten Programmteile, Vorbeugender vorläufiger Rechtsschutz, Zumutbarkeit nach gängigen vorläufigen Konkurrentenrechtsschutzes, Anordnungsgrund; Existenzgefährdung; Streitwertbemessung

VwGO § 123 Abs 1 S 2, § 80a Abs 3, § 80 Abs 5
RdFunkStVtr BE § 20
RdFunkBBZArbStVtr BE § 23 Abs 1

Aktenzeichen: 11S39.18 Paragraphen: Datum: 2018-10-29
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Presserecht

BVerwG - Bayerischer VGH - VG München
27.9.2018
7 C 5.17

Abgeordneter; Darlegung; Datenschutzbestimmungen; Datenübermittlung; Freiheit des Mandats; Fremdvergleich; Kostenerstattung; Persönlichkeitsrecht; Presseauskunftsanspruch; Pressefreiheit; Recht auf informationelle Selbstbestimmung; Schutz personenbezogener Daten; Vergütung; Verwandtenbeschäftigung; berechtigtes Interesse;

Auskunftsanspruch hinsichtlich einer aus öffentlichen Mitteln finanzierten Verwandtenbeschäftigung

1. Ist die Entscheidung zur Zulässigkeit der Übermittlung von personenbezogenen Daten in den privaten Bereich dem Grunde nach durch den Gesetzgeber getroffen worden, steht einer Übertragung der in Art. 6 Abs. 1 Unterabs. 1 Buchst. f DS-GVO formulierten materiellen Anforderungen zur gebotenen inhaltlichen Ausformung der Datenverarbeitung nichts entgegen.

2. Bei einem presserechtlichen Auskunftsanspruch ist - in gleicher Weise wie bei Unterlassungsansprüchen gegen Presseveröffentlichungen - bei der Schutzbedürftigkeit und Schutzwürdigkeit personenbezogener Daten danach zu unterscheiden, ob die Intim-, die Privat- oder die Sozialsphäre betroffen ist.

3. Im Fall einer aus öffentlichen Mitteln finanzierten Verwandtenbeschäftigung im häuslichen Bereich eines Abgeordneten überwiegt das Informationsinteresse der Presse, die Höhe der gezahlten Bruttovergütung zu erfahren, die schutzwürdigen Belange des Abgeordneten und der von ihm beschäftigten Verwandten.

GG Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1, Art. 5 Abs. 1 Satz 2
BayPrG Art. 4
BayAbgG Art. 4a Abs. 3, Art. 6 Abs. 7 a.F., Art. 8 n.F.
BayDSG Art. 5 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2
DS-GVO Art. 6 Abs. 1 Unterabs. 1 Buchst. f, Unterabs. 2

Aktenzeichen: 7C5.17 Paragraphen: Datum: 2018-09-27
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Presserecht

OVG Berlin-Brandenburg - VG Berlin
24.5.2018
6 S 13.18

Zum presserechtlichen Auskunftsanspruch über den Verbleib von zum Bundeskanzleramt gehörender Akten bei privaten Dritten

VwGO § 123 Abs 1, § 146 Abs 4 S 6

Aktenzeichen: 6S13.18 Paragraphen: Datum: 2018-05-24
Link: pdf.php?db=verwaltungsrecht&nr=20936

PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Presserecht

OVG Berlin-Brandenburg - VG Berlin
13.4.2018
12 S 13.18

Pressefreiheit; Auskunftsanspruch; Jedermanns-Recht; Eilverfahren; Anordnungsgrund

MRK Art 10
GG Art 5 Abs 1 S 2
IFG § 1 Abs 1
VwGO § 123

Aktenzeichen: 12S13.18 Paragraphen: Datum: 2018-04-13
Link: pdf.php?db=verwaltungsrecht&nr=20950

PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Presserecht

BVerwG
24.1.2018
6 A 8.16

Anspruchsnormenkonkurrenz; Aufklärungsmaßnahme; Auskunftsanspruch; Auskunftsersuchen; Auskunftserteilung; Auskunftsinteresse; Bescheidform; Betroffener; Beweiserhebung; Bundesnachrichtendienst; Einreiseverbot; Empfänger; Geheimhaltungsinteresse; Herkunft; Meinungsäußerungsfreiheit; Privatleben; Quellenschutz; Schutz der Arbeitsweise; Syrien; gespeicherte Daten; informationelles Selbstbestimmungsrecht; nachrichtendienstliches Interesse; personenbezogene Daten; richtige Auskunft; verfassungsunmittelbarer Auskunftsanspruch der Presse; vollständige Auskunft; Überwachung;

Anspruch des Betroffenen gegen den Bundesnachrichtendienst auf Auskunft über seine Person betreffenden gespeicherten Daten

1. § 22 Satz 1 BNDG i.V.m. § 15 Abs. 1 Satz 1 BVerfSchG verpflichtet den Bundesnachrichtendienst zur vollständigen und richtigen Auskunft über die zur Person des Betroffenen gespeicherten Daten. Der Inhalt der Auskunft muss mit dem Inhalt der gespeicherten Daten übereinstimmen. Eine Überprüfung der Richtigkeit der gespeicherten Daten kann der Betroffene mit dem Auskunftsanspruch nicht verlangen.

2. Der Auskunftsanspruch des Betroffenen ist erfüllt, wenn er erkennen kann, welche Daten der Bundesnachrichtendienst zu seiner Person gespeichert hat. Hierfür ist es grundsätzlich ausreichend, wenn der Bundesnachrichtendienst den Inhalt der gespeicherten Daten zusammenfasst und mit eigenen Worten wiedergibt.

GG Art. 2 Abs. 1, Art. 1 Abs. 1, Art. 5 Abs. 1 Satz 2
EMRK Art. 8, 10
BNDG § 22
BVerfSchG § 15
BGB § 362 Abs. 1
VwGO § 50 Abs. 1 Nr. 4, § 86 Abs. 1 Satz 1

Aktenzeichen: 6A8.16 Paragraphen: Datum: 2018-01-24
Link: pdf.php?db=verwaltungsrecht&nr=20659

PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Presserecht

VGH Baden-Württemberg - VG Karlsruhe
4.8.2017
1 S 1307/17

1. Die Staatsanwaltschaften dürfen die Medien über strafrechtliche Verfahren unter Nennung des Namens des Beschuldigten grundsätzlich nur in Fällen schwerer Kriminalität oder bei Straftaten informieren, die die Öffentlichkeit besonders berühren.

2. Wenn eine Befugnis der Staatsanwaltschaft zur Information der Medien unter Namensnennung besteht, indiziert dies - wenn nicht Umstände des Einzelfalls anderes gebieten - die Pflicht der Staatsanwaltschaft, den Medien auf Anfrage zur Person des Beschuldigten Auskunft zu geben.

3. Der Grundsatz, dass eine Nennung des Namens des Beschuldigten der Staatsanwaltschaft nur gestattet ist bei Fällen schwerer Kriminalität und bei Straftaten, die die Öffentlichkeit besonders berühren, gilt in gleicher Weise für die allgemeine Medieninformation der Staatsanwaltschaft durch Pressemitteilung wie für die Auskunftserteilung nach § 4 LPresseG auf Anfrage eines einzelnen Pressevertreters.

Aktenzeichen: 1S1307/17 Paragraphen: Datum: 2017-08-04
Link: pdf.php?db=verwaltungsrecht&nr=20487

PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Presserecht

OVG Berlin-Brandenburg - VG Berlin
8.3.2017
6 S 1.17

Presse; Auskunftsanspruch; verfassungsunmittelbar; Bundeskanzlerin; Bundeskanzleramt; Gespräche; Hintergrundgespräche; Datum; Veranstaltungsort; Teilnehmer; Themen; Medienvertreter; Informationen; vorhandene -; Einzelauskünfte; Belange innerer Sicherheit; Kernbereich exekutiver Eigenverantwortung; Anordnungsanspruch; Anordnungsgrund; starker Gegenwartsbezug (verneint); Vorwegnahme der Hauptsache

1. Zur Frage eines presserechtlichen Auskunftsanspruchs betreffend Hintergrundgespräche des Bundeskanzleramts mit Journalisten

2. Zum Gegenwartsbezug presserechtlicher Auskunftsbegehren im Rahmen der Prüfung des Anordnungsgrundes

GG Art 5 Abs 1 S 2
IFG § 3 Nr 1c
VwGO § 123 Abs 1, § 146 Abs 4 S 6

Aktenzeichen: 6S1.17 Paragraphen: Datum: 2017-03-08
Link: pdf.php?db=verwaltungsrecht&nr=20350

PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Presserecht

OVG Berlin-Brandenburg - VG Berlin
13.12.2016
6 S 22.16

Presserecht; verfassungsunmittelbarer Auskunftsanspruch; Auslandseinsätze; Bekämpfung des Terrorismus; rechtliche Prüfung innerhalb der Bundesregierung; Vertraulichkeitsinteressen; Schutz internationaler Beziehungen; Schutz der Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland; Prüfung der Zustimmungsbedürftigkeit des Auslandseinsatzes durch Deutschen Bundestag

Das Auswärtige Amt kann Auskünfte über die innerhalb der Bundesregierung durchgeführte rechtliche Prüfung des Einsatzes bewaffneter Streitkräfte zur Verhütung und Unterbindung terroristischer Handlungen durch die Terrororganisation IS sowie über die Prüfung, ob die Beteiligung an AWACS-Aufklärungsflügen in der Türkei der Zustimmung des Deutschen Bundestages bedurfte, unter Berufung auf den Schutz der Beziehungen zu den Bündnispartnern und den Schutz der Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland verweigern. Die behördliche Prognose der Beeinträchtigung dieser Schutzgüter ist gerichtlich nur eingeschränkt überprüfbar.

GG Art 5 Abs 1 S 2
VwGO § 123 Abs 1 S 2
IFG § 3 Nr 1a, § 3 Nr 1c

Aktenzeichen: 6S22.16 Paragraphen: Datum: 2016-12-13
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Presserecht

OVG Lüneburg - VG Oldenburg
7.10.2016
10 ME 56/16

Presserechtlicher Auskunftsanspruch nach § 4 NPresseG - Beschwerde im Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes

1. Der Erlass einer einstweiligen Anordnung zur Durchsetzung eines presserechtlichen Auskunftsanspruchs setzt für den Anordnungsgrund sowohl eine Angelegenheit von gesteigertem öffentlichen Interesse als auch einen starken Gegenwartsbezug der Berichterstattung voraus.

2. Der Antragsteller muss gemäß § 123 Abs. 3 VwGO i.V.m. § 920 Abs. 2 ZPO für die Auskunt über Neubaukosten hinreichend darlegen, warum sein Auskunftsbegehren zu den kalkulierten und bislang angefallenen Kosten sowie zur Einhaltung der Kostenkalkulation, die sich auf den seit 2013 begonnenen und zwischenzeitlich fertiggestellten sowie genutzten Neubau der Sparkassenzentrale beziehen, jetzt eine solche Eile zukommt, dass hierüber nur im Wege des einstweiligen Rechtsschutzes - zumal unter Vorwegnahme der Hauptsache - entschieden werden kann.

3. Zum Behördenbegriff einer Sparkasse i.S.d. § 4 NPressG.
PresseG ND § 4
VwGO § 123 Abs 3

Aktenzeichen: 10ME56/16 Paragraphen: Datum: 2016-10-07
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Presserecht

VG Oldenburg
11.7.2016
5 B 2982/16

Kein Presseauskunftsanspruch gegen Sparkasse über kalkulierte und entstandene Baukosten für den Neubau einer Zentrale

1. Zum Anordnungsgrund nach § 123 Abs. 1 S. 2 VwGO bei presserechtlichen Auskunftsansprüchen (hier verneint).

2. Die Entscheidung einer Sparkasse über den Neubau ihrer Zentrale und den diesbezüglichen Kostenrahmen (sowie die Maßgabe, kalkulierte und entstandene Kosten nicht in der Öffentlichkeit bekannt zu geben) ist keine einem presserechtlichen Auskunftsanspruch zugängliche behördliche Tätigkeit, weil hier der erforderliche Bezug zu den gesetzlich zugewiesenen hoheitlichen Verwaltungstätigkeiten nach § 4 Abs. 1 S. 1 und 2 des Niedersächsischen Sparkassengesetz - NSpG - fehlt.

PresseG ND § 4

Aktenzeichen: 5B2982/16 Paragraphen: Datum: 2016-07-11
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Presserecht Informationsrecht

OVG Berlin-Brandenburg - VG Berlin
10.2.2016
6 S 56.15

Presserechtlicher Auskunftsanspruch; Verwaltungsrechtsweg; Einstweilige Anordnung; Fehlender Anordnungsgrund; Vorwegnahme der Hauptsache; Anordnungsanspruch (verneint); Ausfertigung von Gesetzen durch den Bundespräsidenten; Ausfertigungsprüfung; Verfassungsrechtliche Bedenken an auszufertigendem Gesetz; Vorbereitungshandlung; Vertraulichkeitsinteressen; Beratungsgeheimnis; Rechtsprüfung; Integrationsfunktion des Bundespräsidenten; Berücksichtigung von EU-Recht bei der Ausfertigungsprüfung; Demokratieprinzip; Ausfertigungsverweigerung

1. Der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung ist erfolglos, da der Antragsteller nicht glaubhaft gemacht hat, dass ein gesteigertes öffentliches Interesse und ein starker Gegenwartsbezug an der Berichterstattung vorliegen. Hierzu bedarf es der konkreten Darlegung, warum er gerade die angefragten Auskünfte für eine effektive Presseberichterstattung benötigt (vgl. BVerfG, Beschluss vom 8. September 2014 - 1 BvR 23/14 - juris).

2. Der Bundespräsident ist nicht zur Auskunftserteilung über die Vorbereitung der Ausfertigungsentscheidung einschließlich der verfassungsrechtlichen Prüfung von auszufertigenden Gesetzen verpflichtet. Die Entscheidungsfindung gehört zum Kernbereich präsidialer Eigenverantwortung, für den ein schutzwürdiges Vertraulichkeitsinteresse besteht.

GG Art 82 Abs 1
VwGO § 40 Abs 1 S 1, § 123 Abs 1 S 2
GGO § 42 Abs 1, § 46 Abs 1

Aktenzeichen: 6S56.15 Paragraphen: Datum: 2016-02-10
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Presserecht

OVG Berlin-Brandenburg - VG Berlin
12.1.2016
6 N 55.15

Antrag auf Zulassung der Berufung; Feststellungsklage; "Recht auf Aktualitätsvorsprung" als Journalist; zeitgleiche Teilerfüllung eines Anspruchs auf Einsichtnahme bei zeitversetzter Antragstellung; Pressefreiheit; Gleichheitssatz; Willkür; Neutralitätspflicht des Staates; Anspruch auf Gleichbehandlung im publizistischen Wettbewerb; Ermessen; meinungsneutrale Gesichtspunkte; Entscheidungsreife als sachliches Kriterium; ernstliche Richtigkeitszweifel; besondere rechtliche und tatsächliche Schwierigkeiten; grundsätzliche Bedeutung; Darlegungsanforderungen

1. Die staatliche Neutralitätspflicht gegenüber Vertretern der Presse besagt, dass der Staat sich grundsätzlich jeglicher Einflussnahme auf Inhalt und Gestaltung einzelner Presseerzeugnisse enthalten muss. Dem korrespondiert ein Anspruch der Pressevertreter auf Gleichbehandlung im publizistischen Wettbewerb. Sachliche Differenzierungen dürfen die Presse in ihrer Tätigkeit nicht beeinträchtigen und müssen meinungsneutral sein.

2. Vor diesem Hintergrund ist es verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, wenn sich eine Behörde für die Herausgabe von Informationen nicht am Zeitpunkt der Antragstellung orientiert, sondern im Hinblick auf § 10 Satz 2 VwVfG, wonach Verwaltungsverfahren einfach, zweckmäßig und zügig durchzuführen sind, den Gesichtspunkt der Entscheidungsreife für maßgeblich erachtet.

VwGO § 124 Abs 2 Nr 1, § 124 Abs 2 Nr 2, § 124 Abs 2 Nr 3
GG Art 3 Abs 1, Art 5 Abs 1 S 2

Aktenzeichen: 6N55.15 Paragraphen: GGArt.3 Datum: 2016-01-12
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Presserecht

VG Freiburg
25.9.2015
1 K 1098/15

1. Der presserechtliche Informationsanspruch des § 4 Abs. 1 LPresseG ist auf die Beantwortung konkreter Fragen gerichtet.

2. Auf eine bestimmte Form der Auskunftserteilung besteht nach § 4 LPresseG grundsätzlich kein Anspruch. Ein Anspruch auf Akteneinsicht kann folglich höchstens dann bestehen, wenn ausschließlich auf diese Art sachgemäß Auskunft erteilt werden kann (im Anschluss an VGH Bad.-Württ., Beschluss vom 01.07.2015 - 1 S 802/15 -).

Aktenzeichen: 1K1098/15 Paragraphen: Datum: 2015-09-25
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PDF-DokumentStaatsrecht Sonstige Rechtsgebiete - Nachrichtendienst Presserecht

BVerwG
20.7.2015
6 VR 1.15

Einstweilige Anordnung; Anordnungsanspruch; presserechtlicher Auskunftsanspruch; verfassungsunmittelbarer Anspruch; entgegenstehende berechtigte schutzwürdige Interessen öffentlicher Stellen; abwägungsfester Ausschlussgrund; Bundesnachrichtendienst; behördlicher Funktionsbereich; operative Vorgänge; Beschaffung und Bewertung von Informationen; Zusammenarbeit mit ausländischen Nachrichtendiensten; Europäische Menschenrechtskonvention.

Ein verfassungsunmittelbarer Auskunftsanspruch der Presse aus Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG ist für Auskünfte über operative Vorgänge im Bereich des Bundesnachrichtendienstes einschließlich seiner Zusammenarbeit mit ausländischen Nachrichtendiensten ausgeschlossen.

VwGO § 123 Abs. 1
GG Art. 5 Abs. 1 Satz 2
EMRK Art. 10
BNDG § 1 Abs. 2 Satz 1, § 3

Aktenzeichen: 6VR1.15 Paragraphen: Datum: 2015-07-20
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Presserecht

BVerwG - OVG NRW - VG Köln
25.3.2015
6 C 12.14

Verfassungsunmittelbarer Presseauskunftsanspruch; Gesetzgebungskompetenz; Annexkompetenz; Pressefreiheit; Vermittlungs- und Kontrollfunktion der Presse; Pauschalisierungs- und Typisierungsbefugnis des Gesetzgebers; Liegenschaftsverwaltung; Vertraulichkeitsinteressen; Betriebs- und Geschäftsgeheimnis; fiskalische Interessen.

Kein abwägungsfester Ausschluss privater Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse vom Presseauskunftsanspruch Die Gesetzgebungskompetenzen der Art. 73 f. GG schließen als Annex die Befugnis ein, Voraussetzungen und Grenzen zu regeln, unter denen der Öffentlichkeit einschließlich der Presse Informationen zu erteilen sind oder erteilt werden dürfen (Bestätigung von BVerwG, Urteil vom 20. Februar 2013 - 6 A 2.12 - BVerwGE 146, 56).

Vertragsinhalte, die dem Betriebs- und Geschäftsgeheimnis unterfallen oder für deren Geheimhaltung fiskalische Interessen sprechen, sind im Bereich des staatlichen Liegenschaftswesens nicht abwägungsfest vom informatorischen Zugriff der Presse aufgrund des verfassungsunmittelbaren Presseauskunftsanspruchs gemäß Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG ausgenommen.

GG Art. 5 Abs. 1 Satz 2

Aktenzeichen: 6C12.14 Paragraphen: Datum: 2015-03-25
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Presserecht

VGH Baden-Württemberg - VG Stuttgart
11.9.2013
1 S 509/13

1. Die Verweigerung einer Presseauskunft nach § 4 Abs. 2 Nr. 3 LPresseG setzt voraus, dass die Verletzung schutzwürdiger privater Interessen zu befürchten ist. Ob die betroffenen privaten Interessen schutzwürdig sind, ist im Wege einer umfassenden Abwägung zwischen dem Informationsinteresse der Öffentlichkeit und den entgegenstehenden privaten Interessen zu ermitteln. Entscheidend ist dabei, wie hoch das öffentliche Informationsinteresse an der begehrten Auskunft zu bewerten und wie stark der Eingriff in private Rechte durch die Offenlegung der begehrten Informationen im Einzelfall zu gewichten ist (Fortführung der Senatsrechtsprechung, vgl. Senatsbeschlüsse vom 23.07.2010 - 1 S 501/10 - VBlBW 2011, 64, und vom 10.05.2011 - 1 S 570/11 - NVwZ 2011, 958).

2. Diese umfassende Abwägung zwischen dem Informationsinteresse der Öffentlichkeit und den entgegenstehenden privaten Interessen nach § 4 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 3 LPresseG ist gerichtlich voll nachprüfbar.

3. Die Durchsetzung des Informationsinteresses der Presse darf nicht von einer staatlichen Bewertung des Informationsanliegens abhängig gemacht werden. Die Presse muss deshalb nach publizistischen Kriterien selbst entscheiden dürfen, was sie des öffentlichen Interesses für wert hält und was nicht. Der beabsichtigte Verwendungszweck der Daten ist aber im Rahmen der Angemessenheitsprüfung dem privaten Persönlichkeitsrecht gegenüberzustellen.

4. Die an einem Gerichtsverfahren beruflich oder ehrenamtlich Beteiligten (Berufsrichter, Schöffen, Urkundsbeamten, Staatsanwälte, Rechtsanwälte) müssen mit einer Wahrnehmung von und einer Berichterstattung über Gerichtsverhandlungen, an denen sie teilnehmen, stets rechnen. Dadurch ist in der Abwägung mit dem Informationsinteresse der Presse, die Namen dieser Verfahrensbeteiligten zu erfahren, ihr allgemeines Persönlichkeitsrecht von vornherein in seiner Schutzintensität herabgesetzt.

5. Der Fürsorgepflicht des Dienstherrn, dafür zu sorgen, dass seine Bediensteten durch Veröffentlichungen der Presse nicht unter Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte bloßgestellt werden, kommt in der Abwägung zwischen dem Informationsinteresse der Presse, die Namen der Verfahrensbeteiligten eines Gerichtsverfahrens zu erfahren, und deren allgemeinem Persönlichkeitsrecht keine eigenständige Bedeutung zu.

6. Dem Informationsinteresse der Presse, die Namen der Verfahrensbeteiligten eines Gerichtsverfahrens zu erfahren, kommt in der Abwägung aller Umstände geringe Bedeutung zu, wenn die Veröffentlichung des Namens eines Verfahrensbeteiligten eines Gerichtsverfahrens keinen eigenen Informationswert hat und für das Verständnis der Besonderheiten des Falls nicht wesentlich ist.

7. Das Interesse der Presse zu erfahren, welche Berufsrichter und Schöffen für eine strafgerichtliche Verurteilung die Verantwortung tragen, und eine bestimmte Strafzumessungspraxis eines Spruchkörpers in der Öffentlichkeit zu erörtern, wird ohne Hinzutreten besonderer Umstände regelmäßig zu einem Überwiegen des auf Namensnennung gerichteten Informationsinteresses der Presse gegenüber dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht der Berufsrichter und Schöffen führen.

Aktenzeichen: 1S509/13 Paragraphen: Datum: 2013-09-11
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PDF-DokumentStaatsrecht Sonstige Rechtsgebiete - Nachrichtendienst Presserecht

BVerwG
20.2.2013
6 A 2.12

Auskunftsanspruch der Presse; Bundesnachrichtendienst; Gesetzgebungskompetenz des Bundes; verfassungsunmittelbarer Anspruch.;

1. Die Länder können durch ihre Pressegesetze den Bundesnachrichtendienst nicht zu Auskünften gegenüber der Presse verpflichten. Für solche Regelungen fehlt ihnen die Gesetzgebungskompetenz.

2. Die Gesetzgebungskompetenz des Bundes zur Regelung der Sachmaterie „Bundesnachrichtendienst“ schließt als Annex die Befugnis ein, Voraussetzungen und Grenzen zu regeln, unter denen der Öffentlichkeit einschließlich der Presse Informationen zu erteilen sind oder erteilt werden dürfen.

3. Bleibt der zuständige Gesetzgeber untätig, muss unmittelbar auf das Grundrecht aus Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG als Rechtsgrundlage für pressespezifische Auskunftspflichten zurückgegriffen werden. Der verfassungsunmittelbare Auskunftsanspruch ist auf das Niveau eines „Minimalstandards“ begrenzt, den auch der Gesetzgeber nicht unterschreiten dürfte.

EMRK Art. 10
GG Art. 5 Abs. 1 Satz 2, 70, 73, 74, 75
BNDG § 7
BVerfSchG § 15
IFG § 3
BlnPrG § 4

Aktenzeichen: 6A2.12 Paragraphen: Datum: 2013-02-20
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Presserecht

VG Berlin
20.12.2012
27 L 259.12

Der Auskunftsanspruch des Antragstellerin ergibt sich aus § 4 Abs. 1 des Berliner Pressegesetzes - BlnPrG -, wonach die Behörden verpflichtet sind, den Vertretern der Presse, die sich als solche ausweisen, zur Erfüllung ihrer öffentlichen Aufgabe Auskünfte zu erteilen. Dieser Anspruch steht nach richtiger Auffassung über den einzelnen akkreditierten Journalisten hinaus auch dem Verleger von Presseerzeugnissen zu und damit auch der Antragstellerin als Verlegerin unter anderem der "B..."-Zeitung, für die der Journalist H... tätig ist, zu. Die Antragsgegnerin ist ohne Frage Behörde im presserechtlichen Sinne, also eine Stelle, die Aufgaben der staatlichen Verwaltung wahrnimmt.

GG Art 5 Abs 1 S 2
VwGO § 123 Abs 3

Aktenzeichen: 27L259.12 Paragraphen: GGArt.5 VwGO§123 Datum: 2012-12-20
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Presserecht

OVG Berlin-Brandenburg - VG Potsdam
28.10.2011
10 S 33.11

Presserechtlicher Auskunftsanspruch gegenüber dem Land Brandenburg über Richter und Staatsanwälte, die im Verdacht stehen, mit dem ehemaligen Ministerium für Staatssicherheit zusammengearbeitet zu haben.

1. Umfang des Auskunftsanspruch der Presse bei Hinweisen auf eine frühere Zusammenarbeit von Bediensteten des Landes Brandenburg (13 Richter und ein Staatsanwalt) mit dem (ehemaligen) Ministerium für Staatssicherheit.

2. Der Auskunftsanspruch aus dem Landespressegesetz wird soweit es um Auskunft über Vorgänge geht, die ihren Ursprung in den Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR haben, von den Vorschriften des Gesetzes über die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR verdrängt.

3. Es besteht kein verfassungsunmittelbarer Anspruch auf Zugänglichmachung nicht allgemein zugänglicher Quellen.

4. Es gibt keinen Anspruch auf Mitteilung von Namen betroffener Bediensteter.

5. Verweigerung von Auskünften bei überwiegendem schutzwürdigem privatem Interesse hängt von einer einer umfassenden, zwischen dem Informationsinteresse der Öffentlichkeit und den entgegenstehenden privaten Interessen zu ermittelnden Abwägung ab.

6. Es besteht kein Anspruch auf Auskunft hinsichtlich der derzeitigen Einsatzorte der Betroffenen mangels hinreichender Möglichkeiten zur Wahrung der Anonymität.

7. Es besteht allerdings ein Anspruch auf Auskunft bezüglich des Einsatzbereiche bzw. Tätigkeitsfelder der betroffenen Richter.

GG Art 1 Abs 1, Art 2 Abs 1, Art 5 Abs 1 S 1, Art 19 Abs 4
Verf BB Art 21 Abs 4

Aktenzeichen: 10S33.11 Paragraphen: GGArt.1 GGArt.2 GGArt.5 GGArt.19 Datum: 2011-10-28
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Presserecht

OVG Hamburg - VG Hamburg
4.10.2010
4 Bf 179/09.Z

Zum presserechtlichen Auskunftsanspruch

1. Aus der gesetzlichen Beschränkung der Auskunftspflicht in § 4 Abs. 1 HmbPresseG auf Anfragen, mit denen die Presse ihre öffentliche Aufgabe wahrnimmt, ergibt sich nicht, dass im Einzelfall ein konkretes Berichterstattungsinteresse, verstanden als ein anerkennenswertes aktuelles Publikationsinteresse, festgestellt werden muss. Die Regelung schließt einen Anspruch nur auf solche Informationen aus, die nicht der publizistischen Auswertung zu dienen bestimmt sind.

2. Geheimhaltungsvorschriften im Sinne von § 4 Abs. 2 Nr. 2 HmbPresseG sind nur solche Vorschriften, die öffentliche Geheimnisse schützen sollen und zumindest auch die auskunftsverpflichtete Behörde zum Adressaten haben. § 85 Abs. 1 GmbHG stellt keine derartige Geheimhaltungsvorschrift dar.

3. Bezieht sich der Auskunftsanspruch auf Daten eines Unternehmens, so kann eine Verweigerung der Auskunft nach § 4 Abs. 2 Nr. 3 HmbPresseG in Betracht kommen. Es muss allerdings durch die Offenbarung ein Nachteil drohen.

PresseG HA § 4 Abs 1, § 4 Abs 2 Nr 2, § 4 Abs 2 Nr 3
GmbHG § 85 Abs 1

Aktenzeichen: 4Bf179/09 Paragraphen: PressegHA§4 GmbHG§85 Datum: 2010-10-04
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Presserecht

OVG NRW - VG Köln
25.03.2009
5 B 1184/08

Bei summarischer Prüfung spricht alles dafür, dass die Bestimmung über die Verschwiegenheitspflicht des Bundesdatenschutzbeauftragen nach § 23 Abs. 5 BDSG eine Geheimhaltungsvorschrift i. S. v. § 4 Abs. 2 Nr. 2 PresseG NRW ist.

PresseG NRW § 4
BDSG § 23 Abs. 5
VwGO § 61

Aktenzeichen: 5B1184/08 Paragraphen: PresseGNRW§4 BDSG§23 VwGO§61 Datum: 2009-03-25
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Presserecht Presse/Medienrecht Medienrecht

Thüringer OVG - VG Weimar
19.11.2008
1 KO 1056/06

Rundfunkrecht; Meinungsvielfalt; mittelbare Beteiligung; Presseunternehmen; Hörfunk; Anbietergemeinschaft

Besteht lediglich eine mittelbare Beteiligung eines Presseunternehmens an einem Mitglied der antragstellenden Anbietergemeinschaft im Sinne des § 17 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 ThürLMG, wird letzterem die Stellung des Presseunternehmens auf dem maßgeblichen Zeitungsmarkt nicht zugerechnet.

GWB § 19
AktG § 15
ThürLMG §§ 2, 6, 8, 10, 16, 17, 18

Aktenzeichen: 1KO1056/06 Paragraphen: GWB§19 AktG§15 ThürLMG§2 ThürLMG§6 ThürLMG§8 ThürLMG§10 ThürLMG§16 ThürLMG§17 ThürLMG§18 Datum: 2008-11-19
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Presserecht

OVG NRW - VG Köln
28.10.2008
5 B 1183/08

Zur Frage, ob die Deutsche Telekom AG als "Behörde" im Sinne von § 4 Abs. 1 PresseG NRW gegenüber der Presse auskunftspflichtig ist.

PresseG NRW § 4 Abs. 1
GG Art. 5 Abs. 1 Satz 2

Aktenzeichen: 5B1183/08 Paragraphen: PresseGNRW§4 GGArt.5 Datum: 2008-10-28
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Presserecht

BGH - OLG Hamburg - LG Hamburg
22.4.2008
VI ZR 83/07

Einer Behörde kann ein Anspruch auf Richtigstellung zustehen, wenn die konkrete Äußerung geeignet ist, die Behörde schwerwiegend in ihrer Funktion zu beeinträchtigen.

BGB § 823 Ah

Aktenzeichen: VIZR83/07 Paragraphen: BGB§823 Datum: 2008-04-22
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Presserecht

Bayerischer VGH - VG München
07.08.2006
7 BV 05.2582

presserechtlicher Auskunftsanspruch, Betriebs- und Geschäftsgeheimnis, Bankgeheimnis, Kein generelles Auskunftsverweigerungsrecht der Landesanstalt für Aufbaufinanzierung gegenüber der Presse, praktische Konkordanz bei Grundrechtskollision, Abwägung im Einzelfall

1. Art. 14 des Gesetzes über die Bayerische Landesanstalt für Aufbaufinanzierung ist keine Rechtsvorschrift, die eine Verschwiegenheitspflicht nach Art. 4 Abs. 2 Satz 2 des Bayerischen Pressegesetzes begründet.

2. Für Auskunftspflichten der Landesanstalt selbst gegenüber der Presse hat bei Vorliegen einer Grundrechtskollision eine Abwägung im Einzelfall darüber zu befinden, ob ein Auskunftsanspruch der Presse besteht.

BayPrG Art. 4 Abs. 1 Satz 1
BayPrG Art. 4 Abs. 2 Satz 2
LfAG Art. 14
BayBG Art. 69 ff.

Aktenzeichen: 7BV05.2582 Paragraphen: BayPrGArt.4 LfAGArt,14 BayBGArt.69 Datum: 2006-08-07
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Presserecht

VG Düsseldorf
17.09.2004 1 K 1651/01
Das Ausstellen von Presseausweiesen nach nordrhein-westfälischem Recht. (Leitsatz der Redaktion)
PresseG NRW § 3
GG Art. 5

Aktenzeichen: 1K1651/01 Paragraphen: PresseGNRW§3 GGArt.5 Datum: 2004-09-17
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Presserecht

OVG NRW - VG Düsseldorf
19.02.2004 5 A 640/02
1. § 203 Abs. 2 StGB ist keine Geheimhaltungsvorschrift i.S.v. § 4 Abs. 2 Nr. 2 PresseG NRW.

2. § 4 Abs. 2 Nr. 3 PresseG NRW eröffnet im Einzelfall die Möglichkeit zur Abwägung zwischen dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung und der Freiheit der Presse.

3. Das Informationsfreiheitsgesetz NRW schränkt den Informationsanspruch der Presse nach § 4 Abs. 1 PresseG NRW nicht ein.
GG Art. 2 Abs. 1, Art. 5 Abs. 1 Satz 2
IFG NRW § 4
PresseG NRW § 4
StGB § 203 Abs. 2

Aktenzeichen: 5A640/02 Paragraphen: GGArt.2 GGArt.5 IFGNRW§4 PresseGNRW§4 StGB§203 Datum: 2004-02-19
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PDF-DokumentSonstige Rechtsgebiete - Datenschutz Presserecht

OVG Rheinland-Pfalz - VG Neustadt a.d.W.
21.01.2004 6 A 11743/03
Gewerberecht, Gewerbebetrieb, Gewerbetreibender, Betriebsinhaber, Gewerberegister, Gewerbeanzeige, Gewerbepolizei, Daten, Datenschutz, Gewerbedaten, Gewerbedatenschutz, Datenschutzrecht, personenbezogene Daten, gespeicherte Daten, informationelle Selbstbestimmung, Auskunft, Auskünfte, Auskunftserteilung, Auskunftsanspruch, Weitergabe von Daten, Übermittlung, Übermittlung von Daten, Private, Rechtsanwalt, Betreuer, Journalist, Presse, Information, Informationsanspruch, Wiederholung, Wiederholungsgefahr, Unterlassung, Unterlassungsklage, vorbeugende Unterlassungsklage, Rechtsverletzung, Rechtsschutzbedürfnis, Rechtsschutzinteresse, Interesse, berechtigtes Interesse, rechtliches Interesse, schutzwürdiges Interesse, Rechtsverfolgung, Glaubhaftmachung

1. Wird ein öffentlich-rechtlicher Unterlassungsanspruch geltend gemacht, der auf ein künftiges Ereignis bezogen ist, muss ein besonderes, d.h. gerade auf die Inanspruchnahme vorbeugenden Rechtsschutzes gerichtetes Rechtsschutzbedürfnis vorliegen (vgl. BVerwGE 82, 76). Eine vorbeugende Unterlassungsklage ist nicht zulässig, wenn zwar Rechtsverletzungen bereits erfolgt, weitere aber nicht zu besorgen sind (im Anschluss an BVerwGE 34, 69 und BVerwGE 64, 298). Stellt eine Körperschaft des öffentlichen Rechts klar, dass sie die maßgeblichen Rechtsvorschriften künftig einhalten wird, kann von einer Wiederholungsgefahr im Allgemeinen nicht ausgegangen werden.

2. Als Rechtsgrundlage für die Übermittlung von Daten aus der Gewerbeanzeige an einen Journalisten, einen Rechtsanwalt und eine gemäß §§ 1896 ff. BGB zur Betreuerin bestellte Person kommt § 14 Abs. 8 Satz 2 GewO unter den dort normierten Voraussetzungen in Betracht.
VwGO § 124a
GewO § 14
LPresseG § 4

Aktenzeichen: 6A11743/03 Paragraphen: VwGO§124a GewO§14 LPresseG§4 Datum: 2004-01-21
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PDF-DokumentOrdnungsrecht Sonstige Rechtsgebiete - Ordnungsrecht Presserecht Sonstiges

Bayerischer VGH
14.2.2003 5 CE 02.3212
Staatliches Informationshandeln; Scientology; Unterlassungsanspruch; Veröffentlichung; Strafrechtliche Vorwürfe; Anhörung
Art. 4 GG; Art. 28 BayVwVfG; Art. 103 GG

Aktenzeichen: 5CE02.3212 Paragraphen: GGArt.4 BayVwVfGArt.28 GGArt.103 Datum: 2003-02-14
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PDF-DokumentStaatsrecht Sonstige Rechtsgebiete - Parteien Presserecht

OVG NRW
15.8.2002 8 B 1444/02
1. Redaktionell gestaltete Sendungen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zur Bundestagswahl (wie z.B. Diskussionen, sog. Wahlhearings oder Interviews) stellen keine öffentlichen Leistungen im Sinne des § 5 Abs. 1 ParteiG dar.

2. Je enger - in zeitlicher und/oder inhaltlicher Hinsicht - die Beziehung einer derartigen Sendung zu der bevorstehenden Wahl und je größer ihr publizistisches Gewicht ist, um so mehr gebietet der Grundsatz der abgestuften Chancengleichheit eine Einschränkung des Ermessens bei der Gestaltung der Sendung und der Auswahl des Teilnehmerkreises.

3. Zur Bestimmung des Teilnehmerkreises ist insoweit grundsätzlich das Konzept einer redaktionellen Sendung als tragfähiges Differenzierungskriterium geeignet, sofern das Konzept selbst nicht unter dem Gesichtspunkt der Chancengleichheit zu beanstanden ist; eine bei einer konkreten Sendung nicht zu berücksichtigende politische Partei muss im Gesamtprogramm der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten insgesamt entsprechend ihrer Bedeutung angemessen berücksichtigt werden.

4. Die Chancengleichheit der an dem "TV-Duell" zwischen Bundeskanzler Schröder und Ministerpräsident Dr. Stoiber nicht teilnehmenden F.D.P. ist gewahrt, weil ihr in dem verbleibenden Zeitraum bis zur Wahl hinreichend Gelegenheit zur Selbstdarstellung und Auseinandersetzung mit den Äußerungen in dieser Sendung verbleibt.
ParteiG § 5 Abs. 1 GG Art. 3 Abs. 1, 5 Abs. 1 Satz 2, 21 Abs. 1

Aktenzeichen: 8B1444/02 Paragraphen: ParteiG§5 GGArt.3 GGArt.21 Datum: 2002-08-15
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PDF-DokumentProzeßrecht Sonstige Rechtsgebiete - Sonstiges Rechtsmittelrecht Presserecht

Bayerischer VGH
18.6.2002 22 CE 02.815
Einstweilige Anordnung zur Verpflichtung einer Behörde, Pressemitteilungen über eine Untersagungsverfügung zu unterlassen bzw. abzugeben; Rechtsschutzbedürfnis für die Beschwerde; Anforderungen an die Begründung der Beschwerde; Grundrechtsrelevanz von behördlichen Pressemitteilungen; Befugnisse zur Unterrichtung der Öffentlichkeit über Behördenvorgänge.
§ 123, § 146 Abs. 1, Abs. 4 Sätze 3 und 4 VwGO; Art. 12 Abs. 1, Art. 14 Abs. 1 GG: Art. 4 Abs. 1 Satz 1 BayPrG; § 5 UrhwahrnG

Aktenzeichen: 22CE02.815 Paragraphen: VwGO§123 VwGO§146 GGArt.12 GGArt.14 BayPrGArt.4 UrhwahrnG§5 Datum: 2002-06-18
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PDF-DokumentStaatsrecht Sonstige Rechtsgebiete - Grundgesetz Presserecht

8.1.2001 6 B 56.00 Zur Pressefreiheit und zu der Frage, unter welchen Voraussetzungen Fotoaufnahmen polizeilich beschlagnahmt werden dürfen, bevor diese veröffentlicht werden können. (Leitsatz der Redaktion) GG Art. 5

Aktenzeichen: 6B56.00 Paragraphen: GGArt.5 Datum: 2001-01-08
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