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PDF-DokumentSteuerrecht - Gewerbesteuer

OVG Berlin-Brandenburg - VG Potsdam
6.11.2018
12 S 52.18

Gewerbesteuer; Verzinsung; Zinshöhe; Zinsniveau; verfassungsrechtliche Zweifel; mangelnde Auseinandersetzung; Anforderungen an Beschwerdevorbringen

Zweifel daran, ob die gesetzliche Festlegung der Verzinsung fälliger Gewerbesteuerforderungen vor dem Hintergrund der tatsächlichen Zinsentwicklung mit höherrangigem Recht vereinbar ist, bieten nach dem rechtlichen Prüfungsmaßstab keine hinreichende Grundlage für die Anordnung der aufschiebenden Wirkung.

AO § 233a, § 238 Abs 1
VwGO § 80 Abs 2 S 1 Nr 1, § 80 Abs 4 S 3, § 80 Abs 5 S 1 Alt 1

Aktenzeichen: 12S52.18 Paragraphen: Datum: 2018-11-06
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PDF-DokumentSteuerrecht - Gewerbesteuer

OVG Lüneburg - VG Braunschweig
17.10.2018
9 ME 106/18

Gewerbesteuer (Haftungsbescheid) - einstweilige Anordnung -

1. Die gerichtliche Überprüfung eines gestellten Antrags auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens erstreckt sich neben den vorliegenden Tatbestandsvoraussetzungen des § 14 Abs. 1 Satz 1 InsO auch darauf, ob die Stellung des Antrags durch den Steuergläubiger ermessensgerecht i. S. d. § 5 AO ist.

2. Zur Festsetzungsverjährung bei Haftungsbescheiden.

AnfG § 3
AO § 170 Abs 2 Nr 1, § 171 Abs 10 S 1, § 191 Abs 3 S 4, § 191 Abs 3 S 3, § 191 Abs 3 S 2,
AO § 191 Abs 3 S 1, § 220 Abs 2 S 2, § 5, § 69 S 1
GewStG § 14 S 2, § 18, § 21
InsO § 133 Abs 1, § 14 Abs 1

Aktenzeichen: 9ME106/18 Paragraphen: Datum: 2018-10-17
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PDF-DokumentSteuerrecht - Gewerbesteuer

OVG Greifswald - VG Greifswald
19.6.2017
1 L 252/15

Kommunale Steuern

Zwei Gewerbesteuermessbescheide des Finanzamtes hat der Beklagte in einem zusammengefassten (Gewerbesteuer-)Bescheid (§ 155 AO) umsetzen können.

AO § 129 S 1, § 155, § 164 Abs 1, §§ 172ff, § 125
VwGO § 124 Abs 2

Aktenzeichen: 1L252/15 Paragraphen: Datum: 2017-06-19
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PDF-DokumentSteuerrecht - Gewerbesteuer

BVerwG - Bayerischer VGH - VG Bayreuth
25.1.2017
9 C 30.15

Gewerbesteuer; Duldungsbescheid; Anfechtungsanspruch; Vorlegungsverfahren; Finanzbehörde; Steuerschuldverhältnis; Einrede; Auslegung; Wahlrecht; Wortlaut; einredeweise Geltendmachung; lex specialis; lex posterior; Anfechtungsfrist; Übergangsregelung; Vertrauensschutz; hoheitliche Geltendmachung; Rechtsweg; negative Feststellungsklage; historische Auslegung; Entstehungsgeschichte; Gesetzgebungsmaterialien; Rechtsklarheit; Vorlage an den Gemeinsamen Senat.

Kein Wahlrecht zwischen einer Klage nach dem Anfechtungsgesetz und einem Duldungsbescheid wegen Ansprüchen aus dem Steuerschuldverhältnis außerhalb des Insolvenzverfahrens

1. Eine Klage ist kraft Gesetzes unstatthaft, wenn das zugrunde liegende materielle Recht die Behörde zum Erlass eines Verwaltungsaktes verpflichtet (vgl. BVerwG, Urteil vom 28. September 1979 - 7 C 22.78 - BVerwGE 58, 316 <318>).

2. Dem Steuergläubiger steht nach § 191 Abs. 1 Satz 2 AO zur Anfechtung wegen Ansprüchen aus dem Steuerschuldverhältnis außerhalb des Insolvenzverfahrens kein Wahlrecht zwischen einer Klage nach §§ 11, 13 AnfG und einem Duldungsbescheid zu. Vielmehr hat die Anfechtung zwingend durch Duldungsbescheid zu erfolgen, soweit sie nicht im Wege der Einrede nach § 9 AnfG geltend zu machen ist (wie BGH, Beschlüsse vom 27. Juli 2006 - IX ZB 141/05 - ZIP 2006, 1603 und vom 21. September 2006 - IX ZB 187/05 - FamRZ 2006, 1836; a.A. BFH, Beschluss vom 1. Dezember 2005 - VII B 95/05 - BFH/NV 2006, 701).

AO § 191 Abs. 1 Satz 2
AnfG §§ 1, 2, 4, 9, 11, 13
RsprEinhG § 2 Abs. 1

Aktenzeichen: 9C30.15 Paragraphen: Datum: 2017-01-25
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PDF-DokumentSteuerrecht - Gewerbesteuer

BVerwG - OVG NRW - VG Minden
4.5.2016
9 B 72.15

Gewerbesteuer; Aussetzungszinsen; Nichtzulassungsbeschwerde; ernstliche Zweifel; grundsätzliche Bedeutung; Klärungsbedürftigkeit; Klärung durch den Bundesfinanzhof; Klärbarkeit anhand des Gesetzes; Aufhebung und Änderung des Gewerbesteuermessbescheids nach Aufhebung oder Änderung des Einkommensteuerbescheids; rechtskräftige Entscheidung zum Gewerbesteuermessbescheid; Anfechtung des Einkommensteuerbescheids; Aussetzung der Vollziehung; gleichzeitige Anfechtung von Einkommensteuerbescheid und Gewerbesteuermessbescheid; Ruhen des Verfahrens; Aussetzung wegen Vorgreiflichkeit; Unvereinbarkeit zweier rechtskräftiger Urteile.

Anwendbarkeit von § 35b Abs. 1 Satz 1 GewStG bei rechtskräftiger Entscheidung zum Gewerbesteuermessbescheid.

Die Aufhebung oder Änderung des Gewerbesteuermessbescheids nach Änderung oder Aufhebung des Einkommensteuerbescheids, wenn die Änderung oder Aufhebung den Gewinn aus Gewerbebetrieb berührt (§ 35b Abs. 1 Satz 1 GewStG), ist ausgeschlossen, soweit über die Rechtmäßigkeit des Gewerbesteuermessbescheids rechtskräftig entschieden worden ist (wie BFH, Beschluss vom 24. Oktober 1979 - I S 8/79 - BFHE 129, 11 ff.).

VwGO § 124 Abs. 2 Nr. 1, § 132 Abs. 2 Nr. 1
FGO § 33 Abs. 1 Nr. 1, § 74, § 69 Abs. 2 Satz 4,
FGO § 110 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, Abs. 2 Halbs. 1 und 2, § 155 Satz 1
ZPO § 251 Satz 1
AO § 174 Abs. 4 Satz 1, § 237 Abs. 1 Satz 1 und 2, Abs. 5
GewStG § 35b Abs. 1 Satz 1

Aktenzeichen: 9B72.15 Paragraphen: Datum: 2016-05-04
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PDF-DokumentSteuerrecht - Gewerbesteuer Zinsen

OVG Berlin-Brandenburg - VG Potsdam
23.1.2015
9 N 149.12

Gewerbesteuerfestsetzung; Nachforderungszinsen; Zinslauf; Rückwirkendes Ereignis; Messbescheid; Bindungswirkung
VwGO § 124, § 124a AO § 175, § 179, § 182

Aktenzeichen: 9N149.12 Paragraphen: AO§175 AO§179 AO§182 Datum: 2015-01-23
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PDF-DokumentSteuerrecht - Gewerbesteuer

BVerwG - Hessischer VGH - VG Wiesbaden
12.8.2014
9 B 23.14

Gewerbesteuer; Quellensteuer; ausländische Quellensteuer; Doppelbesteuerungsabkommen; Gewerbesteuerbescheid; Gewerbesteuermessbescheid; Grundlagenbescheid; Bindungswirkung; Finanzamt; Gemeinde.

Für die Anrechnung ausländischer Quellensteuer auf die deutsche Gewerbesteuer aufgrund eines Doppelbesteuerungsabkommens ist das Finanzamt und nicht die Gemeinde zuständig.

GewStG §§ 7, 8, 9, 11, 14, 16
AO § 182 Abs. 1 Satz 1, § 184 Abs. 1 Satz 4

Aktenzeichen: 9B23.14 Paragraphen: GewStG§7 GewStG§8 Datum: 2014-08-12
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PDF-DokumentSteuerrecht - Gewerbesteuer Sonstiges

Bayerischer VGH - VG München
6.2.2012
4 ZB 11.2024

Haftungsbescheid; Gewerbesteuerhinterziehung durch Ehemann; Feststellungslast bei der Behörde; objektiver und subjektiver Tatbestand; Beihilfehandlung

AO § 191, § 71
StGB § 27
StPO § 154a

Aktenzeichen: 4ZB11.2024 Paragraphen: AO§191 AO§71 StGB§27 StPO§154a Datum: 2012-02-06
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PDF-DokumentSteuerrecht - Gewerbesteuer

Bayerischer VGH - VG München
4.10.2011
4 CS 11.1116

Haftung für Gewerbesteuer; früherer GmbH-Geschäftsführer; Nachweis der Zahlungsunfähigkeit; Gewinnabführungsvertrag mit Muttergesellschaft; fehlende Nachweise zur Geschäftsentwicklung; Beitreibung von Säumniszuschlägen; faktische Vollziehung

VwGO § 80 Abs 2 S 1 Nr 1, § 80 Abs 5 S 1, § 80 Abs 5 S 3
AO § 69, § 240

Aktenzeichen: 4CS11.1116 Paragraphen: AO§69 AO§240 VwGO§80 Datum: 2011-10-04
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PDF-DokumentSteuerrecht Prozeßrecht - Gewerbesteuer Rechtsweg Zuständigkeiten

BVerwG - VGH Baden-Württemberg - VG Karlsruhe
15.6.2011
9 C 4.10

Klagebefugnis, Gewerbesteuer, Gewerbesteuermessbescheid, Besteuerungsgrundlagen, Folgenbeseitigungsanspruch, Herstellungsanspruch

1. Ist der Verwaltungsrechtsweg eröffnet, bestimmt sich die Klagebefugnis auch im Streit um Sekundäransprüche gegen das Finanzamt wegen eines Gewerbesteuermessbescheides allein nach § 42 Abs. 2 VwGO. § 40 Abs. 3 FGO findet im verwaltungsgerichtlichen Verfahren keine Anwendung.

2. Eine Gemeinde kann weder im Wege des Folgenbeseitigungsanspruchs noch nach den Grundsätzen über die sinngemäße Anwendung des vertraglichen Schuldrechts auf öffentlich-rechtliche Sonderbeziehungen vom Land als Träger der Finanzverwaltung Ersatz des Gewerbesteuerausfalls verlangen, der ihr durch Fehler der zuständigen Landesfinanzbehörde bei der Festsetzung des Gewerbesteuermessbetrages (§ 14 GewStG) entstanden ist.

3. Eine Beeinträchtigung des Schutzbereichs der kommunalen Finanzhoheit (Art. 28 Abs. 2 Satz 3 GG kann nur angenommen werden, wenn eine nachhaltige, von der Gemeinde nicht mehr zu bewältigende und hinzunehmende Einengung ihrer Finanzspielräume vorliegt (im Anschluss an das Urteil vom 5. Dezember 2000 - BVerwG 11 C 6.00 - BVerwGE 112, 253 <258>).

GG Art. 28 Abs. 2 Satz 3, Art. 106 Abs. 6, Art. 108 Abs. 4
VwGO § 42 Abs. 2
FGO § 40 Abs. 3
AO §§ 85, 182, 184

Aktenzeichen: 9C4.10 Paragraphen: Datum: 2011-06-15
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PDF-DokumentSteuerrecht - Gewerbesteuer

Hessischer VGH - VG Frankfurt
28.7.2010
5 A 1865/08

Gewerbesteuerhaftung; Auswirkungen der Verletzung von Mitwirkungspflichten; Pflichtverletzung eines Gesellschafters einer GmbH bei Tilgung von Schulden der GmbH mittels Privatvermögen

1. Die Verletzung der Mitwirkungspflicht des § 90 AO kann zu einer Beweismaßverringerung führen, in Folge derer der Steuergläubiger auch zum Nachteil des Mitwirkungsverpflichteten einen Sachverhalt zugrunde legen kann, für den eine gewisse Wahrscheinlichkeit spricht.

2. Der Geschäftsführer einer GmbH verletzt seine Pflicht aus § 34 Abs. 1 AO, wenn er bei unzulänglicher Liquidität der Gesellschaft Schulden der Gesellschaft aus privaten Mitteln tilgt, ohne den Grundsatz der anteiligen Tilgung zu beachten.

AO 1977§ 90, § 34 Abs 1

Aktenzeichen: 5A1865/08 Paragraphen: AO§90 AO§34 Datum: 2010-07-28
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PDF-DokumentSteuerrecht - Gewerbesteuer Steuerbescheid

VGH Baden-Württemberg - VG Karlsruhe
29.3.2010
2 S 939/08

1. Die formwechselnde Umwandlung einer KG in eine GmbH führt gemäß § 202 Abs. 1 Nr. 1 UmwG nicht zum Erlöschen des ursprünglich bestehenden und zur Entstehung eines neuen Rechtsträgers. Vielmehr besteht vor und nach dem Formwechsel ein und dasselbe Rechtssubjekt. Ein irrtümlich an die KG statt an die GmbH gerichteter Gewerbesteuermessbescheid ist deshalb nicht nichtig.

2. Die während eines von dem Steuerschuldner angestrengten finanzgerichtlichen Verfahrens abgegebene Erklärung des Finanzamts, mit der es die Nichtigkeit des angefochtenen Steuerbescheids feststellt, ist als ein die Behörde bindender, feststellender Verwaltungsakt zu verstehen.

3. Eine Gemeinde kann weder gestützt auf den allgemeinen Folgenbeseitigungsanspruch noch nach den Grundsätzen über die sinngemäße Anwendung des vertraglichen Schuldrechts auf öffentlich-rechtliche Sonderbeziehungen verlangen, dass das Land Baden-Württemberg als Träger der Finanzverwaltung für einen Gewerbesteuerausfall Ersatz leistet, der infolge eines dem Finanzamt im Gewerbesteuermessverfahren unterlaufenen Fehlers entstanden ist.

Aktenzeichen: 2S939/08 Paragraphen: UmwG§202 Datum: 2010-03-29
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PDF-DokumentSteuerrecht - Gewerbesteuer

Bayerischer VGH
15.10.2008
4 ZB 07.2855

Gewerbesteuer; Hebesatz; Haushaltsgrundsätze

VwGO § 124
GewStG § 16
GemO Bay Art 61 Abs 2 S 1

Aktenzeichen: 4ZB07.2855 Paragraphen: VwGO§124 gewStG§16 GemOBayArt.61 Datum: 2008-10-15
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PDF-DokumentSteuerrecht - Gewerbesteuer

OVG Rheinland-Pfalz
12.02.2008
6 A 11154/07.OVG

Gewerbesteuer; Nacherhebung; Steuerschuld; Entstehung; Verjährung; Steuerschuldner; Liquidation; Firmenfortführung; Geschäftsfortführung; Altverbindlichkeiten; Haftung; Haftungsbescheid; Haftungsschuldner; Haftungsforderung; Verjährung; Nachforderungszinsen; Entstehungszeitpunkt

Zur Inhaftungnahme des Erwerbers nach Firmenfortführung (§§ 191 Abs. 1 AO, 25 Abs. 1 HGB) für Gewerbesteuernachforderungen und Nachforderungszinsen, die nach Geschäftsübergang gegenüber dem in Liquidation befindlichen Steuerschuldner festgesetzt worden sind.

HGB § 25 Abs. 1 S. 1
KAG § 3 Abs. 1 Nr. 2
KAG § 5 Abs. 1
GewStG § 18
BGB § 195
BGB § 199 Abs. 1 Nr. 2
EGBGB Art. 229 § 6
AO §§ 3 Abs. 4, 38, 44 Abs. 1, 47, 169 Abs. 2 Nr. 2, 170 Abs. 1, 191
AO §§ 184 Abs. 1, 171 Abs. 10, 233a Abs. 1 S. 1

Aktenzeichen: 6A11154/07 Paragraphen: HGB§25 KAG§3 KAG§5 GewStG§18 BGB§195 BGB§199 Datum: 2008-02-12
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PDF-DokumentSteuerrecht - Gewerbesteuer Vollstreckung

OVG Berlin-Brandenburg - VG Frankfurt/Oder
11.02.2008
9 S 38.07

einstweilige Anordnung; Gewerbesteuer; Sanierungsgewinn; Erlass; Voraussetzungen; sachliche Unbilligkeit der Steuererhebung; Unbilligkeit der Vollstreckung; Anordnunganspruch; Zuständigkeit für Billigkeitserlass; Mitteilungspflicht des Finanzamts; Anordnungsgrund

1. Die Vollstreckung einer Gewerbesteuerforderung ist u.a. dann unbillig im Sinne von § 258 AO, wenn ihr Erlass im Rahmen einer endgültigen gerichtlichen oder behördlichen Entscheidung wahrscheinlich ist.

2. Für die Entscheidung, Gewerbesteuer gem. § 163 AO niedriger festzusetzen oder bereits festgesetzte Gewerbesteuer gem. § 227 AO zu erlassen, weil der als Gewerbeertrag zugrunde liegende Gewinn ganz oder teilweise als Sanierungsgewinn zu qualifizieren ist, ist in Flächenstaaten die Gemeinde zuständig.

3. Die pauschale Entscheidung im Sinne von 2. im summarischen Verfahren nach §§ 123 VwGO, 258 AO, 5 VwVGBbg setzt im Rahmen des Anordnungsanspruchs mindestens voraus, dass eine analog § 184 Abs. 3 AO zu fertigende Mitteilung des Finanzamts an die Gemeinde über das Vorliegen eines Sanierungsgewinns dem Grunde und der Höhe nach vorliegt.

4. Auch wenn die Steuer wahrscheinlich aus sachlichen Billigkeitsgründen gem. §§ 163 bzw. 227 AO zu erlassen ist, ist für den Vollstreckungsschutz gem. § 258 AO im Wege einer einstweiligen Anordnung gem. § 123 VwGO die Glaubhaftmachung eines Anordnungsgrundes erforderlich.

VwGO §§ 123, 146, 147
AO 1977 §§ 163, 184 Abs. 3, 227, 258
EStG a.F. § 3 Nr. 66
VwVGBbg

Aktenzeichen: 9S38.07 Paragraphen: Datum: 2008-02-11
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PDF-DokumentSteuerrecht - Gewerbesteuer

OVG NRW - VG Minden
09.05.2007
14 A 1256/05

Einem "steuerehrlichen" Gewerbesteuerschuldner steht ein Anspruch, entsprechend den Maßstäben des Strafbefreiungserklärungsgesetzes besteuert zu werden, nicht zu.

GG Art. 3 Abs. 1
GewStG § 11 Abs. 1
AO § 16
AO § 22
AO § 182 Abs. 1
AO § 184 Abs. 1
FVG § 17 Abs. 2

Aktenzeichen: 14A1256/05 Paragraphen: GGArt.3 GewStG§11 AO§16 AO§22 AO§182 AO§184 FVG§17 Datum: 2007-05-09
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PDF-DokumentSteuerrecht - Gewerbesteuer

Hessischer VGH - VG Gießen
17.04.2007
5 UZ 584/07

Bekanntgabe, Festsetzungsfrist, Gewerbesteuer, Gewerbesteuermessbescheid, Hebeberechtigte Gemeinde, Messbetrag, Mitteilung

Gewerbesteuer

1.) Die Festsetzungsfrist gemäß § 171 Abs. 10 Satz 1 AO beginnt mit der Bekanntgabe des Grundlagenbescheids an den/die Steuerpflichtigen.

2.) Eine Anfechtung des Grundlagenbescheids führt nicht zu einer Hemmung der Festsetzungsfrist nach § 171 Abs. 10 Satz 1 AO (beides wie BFH, Urteil vom 19. Januar 2005 - X R 14/04 -, BFHE 208, 410).

AO 1977 § 171 Abs. 10
AO 1977 § 184 Abs. 3
AO 1977 § 191 Abs. 3

Aktenzeichen: 5UZ584/07 Paragraphen: AO§171 AO§184 AO§191 Datum: 2007-04-17
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PDF-DokumentSteuerrecht - Gewerbesteuer Vollstreckung

Bayerischer VGH - VG München
27.07.2006
4 B 05.2832

Messbescheid; Gewerbesteuerbescheid; Aussetzung der Vollziehung; Sicherheitsleistung; Avalzinsen; Erstattungsanspruch; Folgenbeseitigungsanspruch

Wird die sofortige Vollziehung eines Gewerbesteuerbescheids gegen Sicherheitsleistung ausgesetzt, sind die für die gestellte Bürgschaft angefallenen Avalzinsen von der Gemeinde nicht (anteilig) zu erstatten, wenn die festgesetzte Gewerbesteuer später aufgrund des Rechtsbehelfsverfahrens gegen den Messbescheid herabgesetzt wird.

VwGO § 80 Abs. 4 Satz 2
AO § 233
AO § 236
ZPO § 717 Abs. 2

Aktenzeichen: 4B05.2832 Paragraphen: VwGO§80 AO§233 AO§236 ZPO§717 Datum: 2006-07-27
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PDF-DokumentSteuerrecht - Gewerbesteuer

FG Düsseldorf
22.6.2006
15 K 2567/03 BB

Die Beteiligten streiten darüber, ob die Klägerin ihren Betrieb gewerblicher Art (BgA) Badeanstalten mit Gewinnerzielungsabsicht betreibt und damit vermögensteuer- und gewerbesteuerpflichtig ist.

1. Nach § 2 Abs. 1 Satz 1 GewStDV sind Unternehmen von juristischen Personen des öffentlichen Rechts (nur) gewerbesteuerpflichtig, wenn sie als stehender Gewerbebetrieb im Sinne des § 2 Abs. 1 Satz 1 GewStG anzusehen sind. Auch vermögensteuerpflichtig waren bis einschließlich 31.12.1996 und damit auch zum maßgebenden Bewertungsstichtag nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 g VStG nur Gewerbebetriebe im Sinne des GewStG von juristischen Personen des öffentlichen Rechts.

2. Unternehmen der öffentlichen Hand sind damit, soweit sie nicht als privatrechtliche Körperschaften betrieben werden, deren gesamte Tätigkeit einschließlich Vermögensverwaltung nach § 2 Abs. 2 und 3 GewStG als Gewerbebetrieb gilt, nur gewerbesteuer- und vermögensteuerpflichtig, soweit sie die Merkmale des Gewerbebetriebs nach § 2 Abs. 1 Satz 2 in Verbindung mit § 15 Abs. 2 EStG erfüllen. Dies setzt u.a. voraus, dass eine nachhaltige Tätigkeit mit der Absicht der Gewinnerzielung unternommen wird.

3. Gewinnerzielungsabsicht ist die Absicht einer nachhaltigen Mehrung des Betriebsvermögens. An dieser Absicht fehlt es regelmäßig, wenn die Prognose des zu erwirtschaftenden Totalgewinns negativ ausfällt. (Leitsatz der Redaktion)

GewStDV § 2

Aktenzeichen: 15K2567/03 Paragraphen: GewStDV§2 Datum: 2006-06-22
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PDF-DokumentSchadensrecht Steuerrecht - Amtshaftungsrecht Gewerbesteuer

OLG Brandenburg - LG Potsdam
23.02.2006
2 U 1/05

Die Klägerin verlangt von dem beklagten Land Erstattung von Steuerberaterkosten für die Durchführung des Einspruchsverfahrens anlässlich der Festsetzung eines fehlerhaften Gewerbesteuermessbetrages.

Ein Anspruch wurde bestätigt. (Leitsatz der Redaktion)

Aktenzeichen: 2U1/05 Paragraphen: Datum: 2006-02-23
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PDF-DokumentSteuerrecht Sonstige Rechtsgebiete - Gewerbesteuer Insolvenz

VG Oldenburg
05.12.2005
2 B 3951/05

Bekanntgabe, Feststellungsantrag (Eilverfahren), Geschäftsführer, Gewerbesteuer, Gewerbesteuer-Nachzahlungszinsen, Haftungsbescheid, Haftungsschuldner, Insolvenzverfahren, Mahngebühren, Nachprüfung (Vorbehalt), Pfändungsgebühren, Säumniszuschläge, Streitwert (Haftungsbescheid), Streitwert (Vollstreckungsverfahren), Vollstreckungsverfahren (Streitwert)

Haftungsbescheid (Gewerbesteuer und Nebenforderungen)

1. Zu den Begriffen der öffentlichen Abgaben und Kosten i.S.v. § 80 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 VwGO (hier u.a. Gewerbesteuer-Nachzahlungszinsen, Mahn- und Pfändungsgebühren im Zusammenhang mit der Durchsetzung einer Gewerbesteuerforderung).

2. Säumniszuschläge sind nicht Abgaben i.S.d. § 80 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 VwGO, sondern ein Druckmittel eigener Art zur Durchsetzung fälliger Abgaben (vgl. Nds. OVG, Beschluss vom 13. September 1995 - 9 M 7218/94 -, juris).

3. Die Anforderung von öffentlichen Abgaben und Kosten stellt auch der Erlass eines Haftungsbescheides dar.

4. Zur Haftung des ehemaligen Geschäftsführers einer GmbH, die nach Durchführung eines Insolvenzverfahrens gelöscht wurde.

5. Es bedarf in der Regel keiner weiteren Substantiierung, wenn der Empfänger eines mit einfacher Post übermittelten Bescheides behauptet, den Bescheid nicht erhalten zu haben.

6. Zur Möglichkeit des Haftungsschuldners, Einwendungen gegen die Primärschuld geltend zu machen, und zu den Auswirkungen der §§ 164 Abs. 1, 166, 171 Abs. 10 AO.

7. Im Zusammenhang mit der Primärschuld bestehende Nebenforderungen gehören in Bezug auf den Haftungsbescheid zur Hauptforderung, so dass sie bei der Bemessung des Streitwertes zu berücksichtigen sind.

8. In Vollstreckungsverfahren ist eine Kumulation der Empfehlungen in Nr. 1.5 und 1.6.1 des Streitwertkatalogs 2004 nicht sachgerecht (vgl. Nds. OVG, Beschluss vom 13. August 2003 - 9 OA 143/03 -, V.n.b., zur Pfändungs- und Einziehungsverfügung).

AO §§ 34 I, 69, 122 II, 164, 166, 169 II 1 Nr 2, 170 II 1 Nr 1, 171 X, 191 I 1
GmbHG § 35 I
GKG §§ 43 I, 45 I 2
InsO § 80 I

Aktenzeichen: 2B3951/05 Paragraphen: AO§34 AO§69 AO§164 AO§122 AO§166 AO§169 AO§170 AO§171 AO§191 GmbHG§35 Inso§80 Datum: 2005-12-05
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PDF-DokumentSteuerrecht - Gewerbesteuer

Bayerischer VGH - VG Ansbach
06.06.2005 4 ZB 03.3250

Gewerbesteuer; Haftung; Haftungsschuldner; Geschäftsführer; Strohmann; Ermessen; Auswahl; Auswahlermessen
VwGO § 124 Abs. 2 Nr. 1
AO §§ 34, 69, 169, 191

Aktenzeichen: 4ZB03.3250 Paragraphen: VwGO§124 AO§34 AO§69 AO§169 AO§191 Datum: 2005-06-06
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PDF-DokumentStaatsrecht Steuerrecht - Grundgesetz Gewerbesteuer

BVerfG
25.01.2005 2 BvR 2185/04
Die Beschwerdeführerin, eine amtsangehörige Gemeinde in Brandenburg, wendet sich gegen die Verpflichtung, Gewerbesteuer zu erheben.

Die Verfassungsbeschwerde ist nicht offensichtlich unbegründet. (Leitsatz der Redaktion)
GewStG § 1
GewStG § 16 Abs. 4 Satz 2

Aktenzeichen: 2BvR2185/04 Paragraphen: GewStG§1 GewStG§16 Datum: 2005-01-25
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PDF-DokumentSteuerrecht Verbandsrecht - Gewerbesteuer Indusrtie- und Handelskammer

BVerwG - OVG Koblenz - VG Mainz
19.01.2005 6 C 10.04
Industrie- und Handelskammer, gewerbliche Betätigung, Verwaltung eigenen Vermögens, Pflichtzugehörigkeit, Organgesellschaft

Eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die dem Grunde nach der Gewerbesteuerpflicht unterliegt und im Kammerbezirk eine Betriebsstätte hat, ist Mitglied der Industrie- und Handelskammer, auch wenn ihr Unternehmensgegenstand ausschließlich in der Verwaltung eigenen Vermögens besteht.
IHKG §§ 2 Abs. 1, 2 Abs. 2, 3 Abs. 2, 3 Abs. 3, 3 Abs. 4
GewStG §§ 2 Abs. 2, 9
KStG 1999 § 1 Abs. 1 Nr. 1
KStG 1999 § 8 Abs. 2

Aktenzeichen: 6C10.04 Paragraphen: IHKG§2 IHKG§3 GewStG§2 GewStG§9 KStG§1 KStG§8 Datum: 2005-01-19
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PDF-DokumentSteuerrecht - Gewerbesteuer Sonstiges

VG Frankfurt/Main
17.3.2004 6 E 2128/02
GESCHÄFTSFÜHRER, GEWERBESTEUER, GMBH & CO. KG, HAFTUNGSBESCHEID,; SONDERBETRIEBSVERMÖGEN, STEUERBERATER, VORAUSSETZUNG

Zu den Voraussetzungen der Haftungen des vertretungsberechtigten Geschäftsführers für Gewerbesteuern einer GmbH & Co. KG
AO § 191
AO § 34
GewStG § 6

Aktenzeichen: 6E2128/02 Paragraphen: AO§191 AO§34 GewStG§6 Datum: 2004-03-17
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PDF-DokumentSteuerrecht - Gewerbesteuer

OVG Rheinland-Pfalz
25.11.2003 6 A 11239/03
Gewerbesteuerrecht, Gewerbe, Gewerbekennzahl, Gewerbesteuer, Steuerpflichtiger, Betriebsstätte, Steuergläubiger, Gemeinde, hebeberechtigte Gemeinde, Gemeindegebiet, Hebeberechtigung, Gemeindeschlüssel, Finanzamt, Zuständigkeit, örtliche Zuständigkeit, Gewerbesteuerbescheid, Gewerbesteuermessbescheid, Grundlagenbescheid, Folgebescheid, Bestandskraft, bestandskräftige Regelung, Regelungsumfang, Erklärungsgehalt, objektiver Erklärungsgehalt, Verbindlichkeit, Rechtswidrigkeit, Rechtswirksamkeit, Nichtigkeit, Nichtigkeitsgründe, Unanfechtbarkeit, Bindung, Bindungswirkung, Rechtsbehelfsbelehrung, Einspruch, Einwand, Unanfechtbarkeit, Rechtsschutzbedürfnis, Zuteilungsverfahren, Zerlegungsverfahren, Zuteilungsbescheid, Zerlegungsbescheid,

1. Ist ein Gewerbesteuermessbescheid von einem örtlich unzuständigen Finanzamt erlassen worden, so ist dies nach § 127 AO 1977 unbeachtlich; der Bescheid ist deswegen nicht nichtig (§ 125 Abs. 1 Nr. 1 AO 1977).

2. Wird in einem Gewerbesteuermessbescheid des Finanzamtes die hebeberechtigte Gemeinde unter vollständiger Anschrift genannt, so bestimmt er damit für die Beteiligten bindend die Hebeberechtigung der Gemeinde (im Anschluss an BVerwG, Beschluss vom 30.12.1997, 8 B 161/97; BFH, Urteil vom 14.11.1984, I R 151/80; FG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 04.02.1981, I 283/79).

3. Infolge der Bindungswirkung des Grundlagenbescheides sind Einwendungen des Steuerpflichtigen gegen die in einem Gewerbesteuermessbescheid festgelegte Hebeberechtigung der Gemeinde im Rahmen der Anfechtung des Gewerbesteuerbescheides unbeachtlich; derartige Einwendungen sind im Rahmen eines Zuteilungs- bzw. Zerlegungsverfahrens gemäß §§ 185 ff. AO 1977 geltend zu machen.
VwGO § 125, 101
AO §§ 118, 125, 171,182, 184, 185, 189, 190, 351

Aktenzeichen: 6A11239/03 Paragraphen: VwGO§125 VwGO§101 AO§118 AO§125 AO§171 AO§182 AO§184 AO§185 AO§189 AO§190 AO§351 Datum: 2003-11-25
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PDF-DokumentSteuerrecht Sonstige Rechtsgebiete - Gewerbesteuer Insolvenzrecht

Hessischer VGH - VG Frankfurt
22.10.2003 5 UZ 2132/02
Anmeldung, Gewerbesteuermessbescheid, Grundlagenbescheid, Konkurs, Konkurstabelle, Konkursverwalter Prüfungstermin
Bestreitet der Konkursverwalter im Prüfungstermin eine von einer Kommune zur Konkurstabelle angemeldete Gewerbesteuerforderung, kann daraufhin das Finanzamt ihm gegenüber einen Gewerbesteuermessbescheid erlassen.
KO § 146 ZPO § 240

Aktenzeichen: 5UZ2132/02 Paragraphen: KO§146 ZPO§240 Datum: 2003-10-22
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PDF-DokumentSteuerrecht - Gewerbesteuer

BFH - FG Düsseldorf
22.10.2003 I R 65/02
Keine Gewerbesteuerbefreiung gemäß § 3 Nr. 20 Buchst. b GewStG für ambulantes Rehabilitationszentrum Ein ambulantes Rehabilitationszentrum ist kein von der Gewerbesteuer befreites Krankenhaus gemäß § 3 Nr. 20 Buchst. b GewStG.
GewStG § 3 Nr. 20 Buchst. b
KHG § 2 Nr. 1
SGB V § 107
AO 1977 § 67

Aktenzeichen: IR65/02 Paragraphen: GewStG§3 KHG§2 SGBV§107 AO§67 Datum: 2003-10-22
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PDF-DokumentSteuerrecht - Gewerbesteuer

VG Frankfurt a.M
9.10.2003 10 G 2523/03(1)
Die Beteiligten streiten über die Rechtswidrigkeit eines Haftungsbescheides, mit dem die Antragsgegnerin den Antragsteller zur Haftung für die Gewerbesteuerschulden der X.-GmbH in Bad Homburg v.d.H. (GmbH) heranzog

1. Der Antragssteller war als Geschäftsführer einer GmbH Träger der in § 34 Abs. 1 AO geregelten Pflicht, da er als gesetzlicher Vertreter (§ 35 Abs. 1 GmbHG) die steuerlichen Pflichten der Gesellschaft zu erfüllen, insbesondere dafür zu sorgen hatte, dass die Steuern aus den Mitteln entrichtet werden, die er verwaltete (§ 34 Abs. 1 Satz AO). Diese Pflicht des Geschäftsführers besteht nicht erst mit Fälligkeit der Steuerschuld. Der gesetzliche Vertreter ist vielmehr verpflichtet, bereits vor Fälligkeit der Steuern die Mittel des Steuerschuldners so zu verwalten, dass dieser zur pünktlichen Zahlung erst später fällig werdender Steuerschulden in der Lage ist. Eine Pflichtverletzung liegt deshalb dann vor, wenn er sich durch Vorwegbefriedigung anderer Gläubiger oder in sonstige Weise vorsätzlich oder fährlässig außer Stande setzt, eine bereits entstandene, aber erst künftig fällig werdende Steuerforderung im Zeitpunkt der Fälligkeit zu tilgen.

2. Die Pflichten des Geschäftsführers einer GmbH beziehen sich in zeitlicher Hinsicht nicht nur auf den Zeitraum nach seiner Bestellung zum Geschäftsführer sondern, jedenfalls soweit es die steuerlichen Verpflichtungen betrifft, auch auf Umstände, die vor der Aufnahme der Geschäftsführertätigkeit liegen. So obliegt dem Geschäftsführer die Pflicht sich in angemessener Weise einen überblick über den gegenwärtigen Status der Gesellschaft zu verschaffen und einer möglichen Gefährdung im Hinblick auf die Interessen der Gesellschafter und auf die öffentlichen Interessen entgegenzuwirken. Dazu gehört auch die Aufklärung darüber, ob die steuerlichen Pflichten für die Vergangenheit erfüllt sind. (Leitsatz der Redaktion)
AO § 34 GmbHG § 35

Aktenzeichen: 10G2523/03 Paragraphen: AO§34 GmbHG§35 Datum: 2003-10-09
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PDF-DokumentSteuerrecht - Gewerbesteuer

BGH
25.9.2003 III ZR 362/02
Zur (fehlenden) Drittgerichtetheit von Amtspflichten, die das staatliche Finanzamt im Gewerbesteuerverfahren gegenüber der hebeberechtigten Gemeinde wahrzunehmen hat.
BGB § 839 Cb, Fl

Aktenzeichen: IIIZR362/02 Paragraphen: BGB§839 Datum: 2003-09-25
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PDF-DokumentSteuerrecht - Gewerbesteuer Verjährung

OVG Sachsen-Anhalt - VG Magdeburg
19.06.2003
2 M 198/03

Gewerbesteuer, Grundlagenbescheid, Steuermessbescheid, Vorbehaltsbescheid, Festsetzungsfrist, Folgebescheid, Steuerbescheid, Hemmung, Verjährung, Vorläufigkeit, Messbescheid : Änderung, Härte, unbillige, Billigkeitsgrund, persönlicher, Erfolgsaussicht : Rechtsbehelf, Vollziehbarkeit, Existenzgefährdung, Existenz, wirtschaftliche, Ursächlichkeit, Kausalität, Antragsgegner, richtiger, Auslegung, Verwaltungsgemeinschaft

Hemmung der Festsetzungsverjährung für Steuerbescheid / unbillige Härte setzt besonderen persönlichen Billigkeitsgrund voraus

1. Wird der Rechtsschutzantrag gegen eine "Verwaltungsgemeinschaft ... im Namen und im Auftrag der Gemeinde" gerichtet, so kann er dahin ausgelegt werden, dass Antragsgegnerin die Gemeinde sein soll.

2. § 171 Abs. 10 AO hemmt die Verjährung der Steuerfestsetzungsfrist in allen Fällen, in welchen der Grundlagenbescheid noch aufgehoben oder geändert werden kann. Das gilt vor allem, wenn ein Geltungsvorbehalt angebracht worden ist.

3. Offen bleibt, aber zweifelhaft ist, ob eine Aussetzung wegen "unbilliger Härte" im Fall des § 80 Abs. 4 Satz 3 VwGO auch dann möglich ist, wenn die Erfolgsaussichten des Rechtsmittels der Hauptsache zu verneinen sind.

4. Die Aussetzung wegen "unbilliger Härte" i. S. des § 80 Abs. 4 Nr. 3 VwGO setzt einen besonderen - über den Nachteil des Zahlen-Müssens hinausreichenden - persönlichen Billigkeitsgrund voraus - wie etwa die Gefährdung der wirtschaftlichen Existenz -, wobei das Zahlungsverlangen ursächlich für die "Härte" sein muss.

VwGO §§ 78 I Nr. 2, 80 IV 3, 82 I, 88
AO §§ 164, 165 I 2, 169 II 1 Nr. 2, 171 X, 175 I Nr. 1
GewStG § 11 I

Aktenzeichen: 2M198/03 Paragraphen: VwGO§78 VwGO§80 VwGO§82 VwGO§88 AO§164 AO§165 AO§169 AO§171 AO§175 GewStG§11 Datum: 2003-06-19
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PDF-DokumentSteuerrecht - Gewerbesteuer

FG Nürnberg
19.03.2003 III 103/01
1. Die erweiterte Kürzung nach § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG ist anzuwenden bei Unternehmen, die ausschließlich eigenen Grundbesitz verwalten und nutzen. Anstelle der Kürzung um einen Hundertsatz vom Einheitswert ist auf Antrag die Summe des Gewinns und der Hinzurechnungen um den Teil des Gewerbeertrags zu kürzen, der auf die Verwaltung und Nutzung des eigenen Grundbesitzes entfällt.

2. Die Verpachtung von Grund und Boden sowie der daraufstehenden Gebäude an ein anderes Unternehmen stellt sich als eine über die Verwaltung und Nutzung i.S.d. § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG hinausgehende gewerbliche Tätigkeit dar, wenn das verpachtende Unternehmen mit dem Pächter sachlich und personell verflochten ist. (Leitsätze der Redaktion)
GewStG § 9

Aktenzeichen: III103/01 Paragraphen: GewStG§9 Datum: 2003-03-19
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PDF-DokumentSteuerrecht - Gewerbesteuer

Thüringer OVG - VG Gera
17.03.2003 4 EO 269/02
Kommunale Steuern, Einstweiliger Rechtsschutz für die Aussetzung der Vollziehung eines Gewerbesteuerbescheids ohne Sicherheitsleistung Schlagworte rechtliches Gehör; einstweiliger Rechtsschutz; Statthaftigkeit; Gewerbesteuer; Gewerbesteuermessbescheid; Gemeinde; Grundlagenbescheid; Folgebescheid; Aussetzung der Vollziehung; unbeschränkte Aussetzung der Vollziehung; Sicherheitsleistung; Auflage; Bedingung; Nebenbestimmung; selbstständige Anfechtbarkeit; aufschiebende Bedingung; Bindungswirkung; Ermessensentscheidung; Prüfungsmaßstab; Sicherheitsleistung; Erfolgsaussichten; Einspruch gegen Grundsteuermessbescheid; Finanzamt; Realsteuer; Kompetenz; Hebesatz; Einkünfte; sachliche Steuerpflicht; Gewerbeertrag; Steuermessbetrag; Besteuerungsverfahren; Ermessensfehler; Sicherungsbedürfnis; Vermögenssituation; Verfahrensdauer; Höhe der Steuerforderung; Unmöglichkeit einer Sicherheitsleistung; Glaubhaftmachung; künftige Vermögensverhältnisse; Streitwert

1. Hat das Finanzamt die Vollziehung des Gewerbesteuermessbescheids ausgesetzt und hat die hebeberechtigte Gemeinde daraufhin die Vollziehung des Gewerbesteuerbescheids gegen Sicherheitsleistung ausgesetzt, so ist für das Begehren, die Vollziehung des Gewerbesteuerbescheids ohne Sicherheitsleistung auszusetzen, vorläufiger Rechtsschutz nach § 123 Abs. 1 VwGO statthaft.

2. Zu den Voraussetzungen eines Anspruchs auf Aussetzung der Vollziehung eines Gewerbesteuerbescheids ohne Sicherheitsleistung im Anschluss an die Aussetzung der Vollziehung des Gewerbesteuermessbescheids durch das Finanzamt.

3. Hat das Finanzamt die Vollziehung eines Gewerbesteuermessbescheids (Grundlagenbescheids) ausgesetzt, ohne dabei das Verlangen einer Sicherheitsleistung auszuschließen, ist die für den Erlass des Gewerbesteuerbescheids (Folgenbescheids) zuständige Gemeinde im Rahmen ihrer Ermessensentscheidung über die Aussetzung der Vollziehung des Folgenbescheids mit oder ohne Sicherheitsleistung regelmäßig weder befugt noch gehalten, die Rechtmäßigkeit des Grundlagenbescheids und die Erfolgsaussichten eines dagegen gerichteten Rechtsbehelfs zu beurteilen. Der Steuerpflichtige kann im Verfahren gegen den Folgenbescheid mit Einwendungen gegen den Grundlagenbescheid nicht gehört werden. Angriffe gegen den Grundlagenbescheid sowie eine erstrebte Anordnung des Finanzamts, dass die Gemeinde die Vollziehung des Folgenbescheids ohne Sicherheitsleistung auszusetzen habe, sind im finanzbehördlichen bzw. -gerichtlichen Verfahren geltend zu machen (Fortführung der Senatsrechtsprechung mit Beschluss vom 20.08.2002 - 4 ZKO 817/98 -).

4. Wird in einem Verfahren darum gestritten, ob ohne oder gegen Sicherheitsleistung auszusetzen ist, so ist der Streitwert regelmäßig mit 10 v. H. der geforderten Sicherheitsleistung zu bemessen.
GG Art 19 Abs 4 S 1 GG Art 20 Abs 3 GG Art 103 Abs 1
BGB § 158 Abs 1
VwGO §§ 80 Abs 5, 108 Abs 2, 122 Abs 1, 123 Abs 1, 123 Abs 3
AO-1977 §§ 1, 3 Abs 2, 120, 157, 171 Abs 10, 175, 182, 184, 351, 361,
GewStG §§ 14 Abs 1, 14 Abs 2, 16 Abs 1
ThürKAG §§ 1 Abs 4, 15
FGO §§ 33 Abs 1 Nr 1, 69 Abs 3 S 1,

Aktenzeichen: 4EO269/02 Paragraphen: GGArt.19 GGArt.20 GGArt.103 VwGO§80 VwGO§108 VwGO§122 VwGO§123 AO§1 AO§120 AO§351 GewStG§14 GewStG§16 Datum: 2003-03-17
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PDF-DokumentFörderung- und Unterstützung Steuerrecht - Wirtschaftsförderung Gewerbesteuer

BFH
26.2.2003 I R 49/01
Wirtschaftsförderung i.S. des § 5 Abs. 1 Nr. 18 KStG setzt eine ausschließliche und unmittelbare Förderung von Unternehmen voraus.
KStG § 5 Abs. 1 Nr. 18 GewStG § 3 Nr. 25

Aktenzeichen: IR49/01 Paragraphen: KStG§5 GewStG§3 Datum: 2003-02-26
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PDF-DokumentSteuerrecht - Gewerbesteuer

VGH Baden-Württemberg
23.01.2003 2 S 1311/02
Verweigert der als Haftender für Gewerbesteuerschulden der GmbH in Anspruch genommene Geschäftsführer eine ihm mögliche und zumutbare Mitwirkung bei der Ermittlung der Voraussetzungen für eine Haftung, verringert sich die Ermittlungspflicht der Steuerbehörde mit der Folge, dass bei fehlender Ermittlungsmöglichkeit der Steuerbehörde diese von der Annahme ausgehen darf, der Haftungstatbestand sei erfüllt.
GewStG § 18 AO § 191 AO §§ 88 ff. AO § 34 AO § 69

Aktenzeichen: 2S1311/02 Paragraphen: AO§191 AO§88 AO§34 AO§69 GewStG§18 Datum: 2003-01-23
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PDF-DokumentSteuerrecht - Gewerbesteuer

FG Bremen
27.8.2002 1 K 224/02
1. Nach ständiger Rechtsprechung des BVerfG ist für die Auslegung einer Gesetzesvorschrift der in dieser zum Ausdruck kommende objektivierte Wille des Gesetzgebers maßgebend, so wie er sich aus dem Wortlaut der Gesetzesbestimmung und dem Sinnzusammenhang ergibt, in den diese hineingestellt ist. Nicht entscheidend ist dagegen die subjektive Vorstellung der am Gesetzgebungsverfahren beteiligten Organe oder einzelner ihrer Mitglieder über die Bedeutung der Bestimmung. Der Wille des Gesetzgebers kann bei der Auslegung nur insoweit berücksichtigt werden, als er in dem Gesetz selbst einen hinreichend bestimmten Ausdruck gefunden hat. Der Entstehungsgeschichte einer Vorschrift kommt für deren Auslegung nur insofern Bedeutung zu, als sie die Richtigkeit des Ergebnisses der Auslegung bestätigt oder Zweifel behebt, die auf dem angegebenen Weg allein nicht ausgeräumt werden könnten.

2. Die Anwendung des § 32 c EStG auf die Sondervergütung wird nicht durch § 5 a Abs. 5 Satz 2 EStG ausgeschlossen.

3. Die Tarifermäßigung nach § 32 c EStG wird für gewerbliche Einkünfte im Sinne des § 32 c Abs. 2 EStG gewährt. Zu diesen Einkünften gehören nach § 32 c Abs. 2 Satz 1 EStG u. a. Gewinne oder Gewinnanteile, die nach § 7 GewStG der Gewerbesteuer unterliegen. Davon sind dann u. a. diejenigen Gewinne oder Gewinnanteile ausgenommen, die nach § 9 Nr. 3 GewStG zu kürzen sind (§ 32 c Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 Satz 1 EStG). (Leitsatz der Redaktion)
EStG §§ 5a, 32c

Aktenzeichen: 1K224/02 Paragraphen: EStG§5a EStG§32c Datum: 2002-08-27
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PDF-DokumentSteuerrecht - Gewerbesteuer

FG München
18.9.2001 6 K 2182/94
Vorliegen einer gewerbesteuerlichen Organschaft; ausschüttungsbedingte Teilwertabschreibung im gewerbesteuerlichen Organkreis; Vertrauensschutz bei einer von der Rechtsprechung zunächst nicht behandelten Rechtsfrage; Übermaßbesteuerung bei steuerlicher Fehleinschätzung.
GewStG § 2 Abs. 2 Satz 2

Aktenzeichen: 6K2182/94 Paragraphen: GewStG§2 Datum: 2001-09-18
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